Wer die Kontrolle über seine Ängste verliert, hat ein Problem. Da gibt es nur noch eine Lösung: Konfrontation. Mit ekeligen Spinnen, fiesen Clowns, gigantischen Höhen, engen Räumen, und wovor wir sonst noch alles Angst haben können.

Angst ist eigentlich keine doofe Sache. Sie soll uns schließlich vor Gefahren warnen, wenn es sein muss mit Herzrasen, Schwitzen und Schwindel. Wenn diese Reaktionen aber überhand nehmen, wenn ihr euch nicht mehr bewegen könnt, weil die fette Spinne in der Ecke sitzt, oder ihr vor Panik das Flugzeug nicht betreten wollt, dann wird Angst zum echten Problem.

In Konfrontation mit der Angst

Die Lösung ist ebenso simpel wie erschreckend: Konfrontation. "Die Expositionstherapie ist das Mittel der Wahl", sagt Thomas Lang, Leiter der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie. "Es gibt wenige Dinge, die einen so starken Effekt auf Ängste haben, wie dieses Vorgehen." Im Klartext: Wir müssen uns unseren Ängsten aussetzen.

"Das Gefühl der Angst kann nicht bestimmen, was wir tun. Es gibt nur eine Tendenz vor."
Christoph Thomas, Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie

Wie erfolgreich es aber ist, sich der Angst auszusetzen, um sie zu bekämpfen, ist unterschiedlich. Die Therapie kann viel Zeit in Anspruch nehmen. "Ebenso gut kann es sein, dass die Angst komplett verschwunden ist, wenn man sich ihr mehrere Minuten aussetzt und nichts gegen sie unternimmt", sagt der Verhaltenstherapeut. Er kennt Patienten, die extreme Höhenangst hatten und nach einer Weile auf dem Hochhaus plötzlich sagten: "Huch, die Angst ist weg."

Die Erfolgsquote der Expositionstherapie sei sehr hoch, sagt Thomas Lang. Er schätzt vorsichtig, dass bei 70 bis 75 Prozent der Patienten die Therapie erfolgreich ist. Das bedeutet aber nicht, dass sie völlig frei von Ängsten sind. Aber sie können mit ihnen umgehen.