Wenn Tierarten vom Aussterben bedroht sind, steckt oft der Mensch dahinter. Aber auch ansteckende Krankheiten können ihnen zusetzen. Wie dem Tasmansichen Teufel, der mit einer ansteckenden Krebskrankheit zu kämpfen hat. 

Auf dem australischen Festland ist der Tasmanische Teufel schon im 14. Jahrhundert ausgestorben. Die Aborigines haben ihn gejagt und der Konkurrenzdruck durch Dingos, dem verwilderten Haushund, war zu groß. Auf der Dingo-freien Insel Tasmanien wurde der Tasmanische Teufel zwar auch gejagt und war kurz vor dem Aussterben, aber 1941 wurde er unter Schutz genommen und die Bestände erholten sich. 

Ansteckende Krebsart bedroht Tasmanischen Teufel

Jetzt ist der Tasmanische Teufel aber erneut bedroht, und zwar durch eine hochansteckende Krankheit: Gesichtskrebs. Tumore entstellen das Gesicht der Tiere, meistens können sie dadurch auch nicht mehr essen und verhungern. 

Übertragen wird die Krankheit durch Bisse. Wenn die Teufel um Nahrung kämpfen, kommt es häufig vor, dass sie sich gegenseitig beißen. Und dabei werden die Krebszellen auf das gebissene Tier übertragen. 

"Experten schätzen, dass es heute nur noch rund 10.000 Tasmanische Teufel gibt, und dass die Tierart, wenn die Krankheitsausbreitung nicht gestoppt werden kann, in 20 bis 30 Jahren ausgerottet sein wird."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova

Das Aussterben des Tasmanisches Teufels versucht die australische Regierung mit dem Programm "Save the Tasmanian Devil" zu verhindern. Im ersten Versuch haben sie versucht, bereits infizierte Tiere zu töten, damit sich der Krebs nicht weiter ausbreitet. Das hat aber nicht funktioniert, weil schon zu viele Tiere infiziert waren.

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Mehr Hoffnung verspricht die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Krebskrankheit. Hier steht die Wissenschaft kurz vor einem Durchbruch. Falls die Impfung doch nicht hilft, wurden auf Tasmanien und dem australischen Festland "Ersatzpopulationen" angesiedelt, die noch nicht mit der Krankheit in Berührung gekommen sind. Vielleicht hilft auch eine Art Blitzevolution: Australische Wissenschaftler fanden bei drei Tasmanischen-Teufel-Populationen genetische Merkmale, die auf eine mögliche Resistenzentwicklung gegen  die tödliche Krankheit hinweisen.