Bettina Scheifinger-Jaufer will Tiere retten. Alles beginnt mit einem Elefanten. Irgendwann kauft sie in der Nähe von Wien einen ganzen Safari-Park - für Giraffen, Löwen, Affen und alle anderen Tiere, die in Not sind.

Manche Dinge entwickeln irgendwann eine Eigendynamik, die nur noch schwer zu kontrollieren ist. Zum Beispiel die Geschichte von Bettina Scheifinger-Jaufer, die schon immer ein Herz für Tiere hatte und von einer französischen Gräfin einen Elefanten kauft, den eigentlich ein Zirkus haben will. Freunde kaufen zwei weitere.

Frau Scheifinger-Jaufer und ihre Mitstreiter haben eine grobe Idee: Sie wollen in der Nähe von Wien einen Teil eines Safari-Parks pachten, um dort den Elefanten eine neue, gute Heimat zu geben. Die Unterbringung der Elefanten funktioniert. Und dann hat jemand die Idee, auch für andere Tiere da zu sein, die in Europa ein schlechtes Leben haben. Spätestens jetzt setzt eine Dynamik ein, bei der zwischendurch vielleicht jemand fragen sollte: Was machen wir hier eigentlich?

Keine Ahnung von nichts

Die Frage, die jemand stellt, ist aber eine andere: Warum kaufen wir nicht den ganzen Park?

Genau, lass uns doch einfach den ganzen alten, maroden, heruntergekommenen Park kaufen und daraus ein Paradies für Tiere machen. Wir haben keine Ahnung von Fütterungsplänen für Löwen und Giraffen, keine Ahnung davon, wie viel Medikamente und Therapien für solche Tiere kosten. Aber wir bekommen das hin.

Bettina Scheifinger-Jaufer und ihre Mitstreiter haben es hinbekommen. 1999 haben sie das Grundstück von der Gemeinde gepachtet und den alten Safari-Park für ein paar Millionen Euro inklusive einem Haufen alter Schulden gekauft. In Gänserndorf eröffnen sie einen Safari-Park, der alles richtig machen will.

"Sie sitzen hier und die Giraffe schaut herein. Das ist die totale Idylle. Man ist mit sich und der Welt im Reinen."
Bettina Scheifinger-Jaufer

Die Betreiber bauen neue Häuser, Gehege und Ställe, erneuern die Infrastruktur, stellen 60 Pfleger ein, die es gut mit den Tieren meinen. Sie bekommen den Zuschlag eines Pharmakonzerns, der eine neue Bleibe für Affen aus einem Labor sucht und für die Unterbringung sogar die Kosten übernimmt.

Der Safari-Park Gänserndorf baut ein neues, großes Affenhaus für die Labor-Tiere. Und das ist der Anfang vom Ende.

Die Baukosten explodieren, die Pharmafirma deckelt die Zuschüsse, Fördergelder werden zu spät oder gar nicht gezahlt. Dann sind da noch die laufenden Kosten des kompletten Parks. Und die Boulevard-Presse hetzt gegen die Labor-Affen, von denen einige mit HIV infiziert sind.

2004 meldet der Safari-Park Konkurs an. Alle Angestellten verlieren ihren Job. Der Konkursverwalter verkauft die Tiere. Von den meisten ist nicht bekannt, wo sie landen.