Der Hund schaut erwartungsvoll, weil er weiß, dass er etwas zu fressen bekommt. Er jault, wenn ihm jemand auf die Pfote tritt. Tiere fühlen Schmerzen, aber denken sie auch und haben Wissen? - ein Vortrag über das Bewusstsein von Tieren.

Philosophie ist oft abstrakt – nicht so bei Markus Wild: Der Philosophie-Professor aus Basel unterrichtet grundsätzlich nur mit Hund. Er ist bekannt dafür, dass er seinen Hund Titus überall hin mitnimmt. Titus hilft Wild dabei, über schwierige Fragen der Tierphilosophie nachzudenken.

Welches Bewusstsein haben Tiere?

Wir schreiben Tieren kein Bewusstsein für die Vorgänge ihres Geistes zu, erklärt er, zweifelt diese Sichtweise aber offenbar an. Er stellt die Frage: Haben Tiere nur Bewusstsein oder auch ein Bewusstsein davon, dass sie dieses Bewusstsein haben? Und: Können Tiere Dinge 'wissen', genauso wie Menschen?

"Wir schreiben Tieren zwar Bewusstsein zu. Aber wir schreiben Katzen, Mäusen und Schweinen in der Regel kein Selbstbewusstsein zu - kein Bewusstsein dessen, was in ihrem Geist vorgeht."
Markus Wild, Philosoph

Titus ist in Vorlesungen genauso dabei wie auf Dekanatssitzungen. 'Animal Mainstreaming' nennt Wild das und sagt: Wenn Tiere mit dabei sind, dann verändern wir uns und treffen andere Entscheidungen. Sogar zum Co-Autor eines wissenschaftlichen Artikels hat sein Hund es schon gebracht: Zusammen mit seinem Herrchen hat er als Titus Hunderich in der Fachzeitschrift Tierstudien einen Artikel über Landschaftswahrnehmung veröffentlicht.

Der Vortrag von Markus Wild hat den Titel "Die Schöne und das Biest. Warum interessiert sich die Philosophie für Tiere?" Gehalten hat er hat ihn am 15. März 2018 am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen im Rahmen der Tagung "Brauchen die Kulturwissenschaften einen Animal Turn?".

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