Hühner sind Nutztiere. Wenn ihre Legeleistung nachlässt, werden sie geschlachtet. Sie werden zu Brühwürfeln, Hundefutter oder Biomasse verarbeitet. Ellen Ernst rettet ausgediente Legehennen und vermittelt sie weiter.

Legehennen haben eine klar umrissene Aufgabe in einem Betrieb: Sie müssen Eier legen - schnell und günstig. In den meisten Legebetrieben werden sie auf möglichst kleinem Platz zusammengepfercht, mit möglichst günstigem Futter versorgt, um so viele Eier wie möglich zu legen - mindestens eins pro Tag.

Wenn eine Legehenne mit anderthalb Jahren anfängt, weniger Eier zu legen, ist sie uns lebendig nicht mehr viel wert. Sie landet beim Schlachter und wird zu Hundefutter, Brühwürfeln oder Biomasse weiterverarbeitet.

"Man will einfach diesen Hühnern nach dieser katastrophalen Lebenszeit noch ein schönes Leben ermöglichen. Einfach ein hühnergerechtes Leben."
Michelle hat mehrere ausgediente Legehennen bei sich aufgenommen.

Ellen Ernst ist Mitglied im Verein "Rettet das Huhn". Sie arbeitet zusammen mit verschiedenen Legehennen-Betrieben, die ihr Hühner überlassen. An den Anblick in diesen Produktionsstätten hat sie sich schon fast gewöhnt: ein unangenehmer Gestank, ausgemergelte Hühner, die keine Federn mehr am Körper tragen, eine bedrückende Enge von gestressten Tieren und ein unerträglicher Lärmpegel. Bevor sie Tiere aus den Betrieben herausholt, findet sie "Adoptiveltern". Voraussetzung für die Vermittlung ist: Die Tiere dürfen nicht geschlachtet und müssen artgerecht gehalten werden.

"Also wenn man die ersten Schritte sieht, denkt man, sie würden irgendwie auf Gummi laufen. Also es sieht wirklich ganz komisch aus, weil sie einfach noch nie Gras unter den Füßen hatten."
Michelle hat mehrere ausgediente Legehennen bei sich aufgenommen.

Ellen Ernst hat selbst neun Hennen. Über 38.000 haben sie und ihr Verein bisher vermittelt und damit vor dem Tod gerettet - 8.000 waren es allein im letzten Jahr. Wenn die Hühner adoptiert werden, haben sie meist keine Federn mehr am Körper. Der Stress in den Legebatterien sorgt dafür, dass sie sie selbst ausrupfen oder dass sich Hennen das Gefieder gegenseitig ausreißen. Zusammen mit dem Huhn liefert Ellen auch einen Pulli, der die Vögel vor kühlen Temperaturen im Freien schützen soll. Die Hennen werden bei guter Haltung fünf bis sieben Jahre alt.

"Sie kamen sehr zerrupft an. Die hatten keine Federn am Bauch, am Rücken, am Hals hatte Frieda überhaupt nichts."
Michelle hat mehrere ausgediente Legehennen bei sich aufgenommen.

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