Muschelfalten, Löwenhaar oder Blauwal-Ohrenschmalz verraten, was die Tiere in den letzten Jahren getan haben. Zum Beispiel 40 Menschen gefressen.

Jahresringe sind quasi das Tagebuch der Bäume, das über Jahrzehnte und Jahrhunderte Auskunft gibt. Bei Tieren gibt es so etwas auch. Ähnlich wie Bäume wachsen auch Muscheln schichtweise. An Aussehen und Struktur ihrer Wachstumsringe, quasi den Muschelfalten, lässt sich nicht nur erkennen, wie alt sie sind. Sondern auch unter welchen Umweltbedingungen sie gelebt haben. Denn Wassertemperatur und Nährstoffgehalt schlagen sich durch den Stoffwechsel dort nieder.

Besonders spannend wird das bei Uralt-Exemplaren wie der Islandmuschel "Ming“: mit 507 Jahren war sie das älteste Tier der Welt, das theoretisch noch vom 30-jährigen Krieg berichten konnte.

CSI Tsavo: Weniger Menschenfutter

Ein anderer historischer Fall ließ sich tatsächlich durch eine Haaranalyse aufklären. "Die Menschenfresser von Tsavo“ wurden zwei Löwen genannt, die 1898 in Britisch-Ostafrika (im heutigen Kenia) über 100 Menschen getötet haben sollen. In nur 9 Monaten.

Nachdem die Tiere erlegt worden waren, landeten sie als Hauptattraktion in einem Museum in Chicago. Durch eine spezielle Haaranalyse ihres Fells konnte man auch mehr als 100 Jahre später die Fressgewohnheiten der Löwen herausarbeiten. Mit dem Ergebnis, dass lediglich eher 30 bis 40 Menschen zu ihren Opfern wurden.

25 Zentimeter Ohrenschmalz

Am Blauwal ist alles groß. Auch sein Ohrenschmalz: 25 cm groß war der sogenannte Ohrenschmalzpropfen eines Tieres, der Forschern Aufschluss über das Leben des Wals geben konnte. Gut für sie an dieser Stelle, dass das verendete Tier, sich offenbar nie die Ohren reinigte. Durch eine Schadstoffanalyse fanden sie heraus, dass der Wal vermutlich schon durch die Muttermilch einer hohen Belastung durch Pestizide ausgesetzt war. Ein Hormonprofil veriet zudem, wann der Wal geschlechtsreif wurde und wann er besonders viel Stress hatte.