TikTok ist eigentlich bekannt für hyperaktive Spaß-Videos. Felix postet aber Erklärclips über Gesundheit. So will er in einem Umfeld aufklären, das von klassischen Medien möglicherweise nicht erreicht wird.

Felix Berndt will Influencer sein – aber dabei keine Produkte bewerben, sondern lieber Gesundheit, so sagt er es jedenfalls selbst.

Medizinische Erklärvideos statt Tanz-Clips: Felix nutzt TikTok anders

"Ich fand es doof, dass ich als Arzt mich hauptsächlich darum kümmere, dass die Leute krank zu mir kommen", sagt er. "Ich würde mich lieber darum kümmern, dass sie gar nicht erst krank werden. Das sehe ich in der aktuellen Medizin nicht."

Der Mediziner will durch Social-Media-Methoden ein Vertrauen zu seinen Followern aufbauen, sodass diese seinen präventiven Tipps folgen. Zuerst startete er damit auf Instagram und seit Dezember ist er auch auf TikTok aktiv.

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Das 60-Sekunden-Format will Felix statt für lustige Videos oder Tanz-Clips zum Erklären nutzen. Manchmal hält er sich aber auch thematisch an die von der App initiierten Challenges: Bei einer Ramadan-Challenge, wo User ihren Fastenmonat dokumentieren sollten, zeigte Felix, inwiefern das gesund ist. In einigen Videos beantwortet er auch User-Fragen. Aber es ist ihm bewusst, dass er auf der Plattform nicht auf individuelle Patienten-Bedürfnisse eingehen kann.

Lockere medizinische Themen würden auf TikTok besonders gut funktionieren, sagt der Mediziner: Er hat Clips über den Kater oder Tipps für ein besseres Immunsystem veröffentlicht, thematisiert aber auch Verhütung und Sex. Er will komplizierte Inhalte einfach erklären.

"Letztendlich – und das ist die Kunst daran – muss man versuchen, jedes Thema kurz und knackig rüberzubringen."
Felix

Besonders zu Corona-Zeiten findet Felix es wichtig, über die App junge Leute zu informieren, die vielleicht nicht von klassischen Medien erreicht werden. Wenn die User sich erstmal einige lustige Videos anschauen, können sie danach auch ernstere Themen konsumieren, meint Felix. "Dann redet halt irgendwann ein Arzt, aber in der Sprache, in der die sich auch unterhalten."

Auch auf TikTok kursieren gerade allerlei Verschwörungstheorien, die mit Corona zusammenhängen. Die App verweist inzwischen bei jedem Corona-thematischen Clip auf die lokale Gesundheitsbehörde. Die WHO ruft auf der Plattform dazu auf, zu Hause zu bleiben.

"Doc Felix" will Mut machen - mit "positiven News"

Immunität oder die Maskenpflicht sind Themen, denen sich Felix in seinen Kanälen widmet. Seine Erklärung dazu, warum bis es noch lange Zeit dauern wird, bis wir einen Impfstoff gegen das Coronavirus haben, schauten sich rund zwei Millionen User an. "Ich hatte den Eindruck, dass die Leute danach ein bisschen mehr zur Impfung wussten, als wenn sie einfach einen Artikel lesen, wo dann steht: Der Impfstoff kommt wahrscheinlich in einem Jahr", so der Mediziner.

Manchmal hat Felix die Befürchtung, dass er an Seriosität gegenüber seinen Kollegen verlieren könnte, wenn sie das Format, mit dem er sich an die Leute wendet, nicht verstehen. Trotzdem überwiegen für ihn die Vorteile, weswegen er weiterhin als "Doc Felix" auf Social Media aktiv sein will.