Die Basisversion der Dating-App Tinder ist gratis. Viele entscheiden sich dennoch für eines der kostenpflichtigen Abos – in der Hoffnung, schneller das perfekte Match zu finden. Der Preis dafür ist offenbar abhängig von Eigenschaften wie Alter und sexueller Orientierung.

Laut einer Untersuchung der Mozilla-Foundation staffelt Tinder, das zum texanischen Unternehmen Match Group gehört, die Gebühren der kostenpflichtigen Mitgliedschaften je nach Standort, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und Ethnie. Demnach betragen in den Ländern USA, Südkorea, Brasilien, Indien, den Niederlanden und Neuseeland die Preisunterschiede für Nutzer*innen bis zu 100 Prozent.

Die Studie ist nicht repräsentativ, weil die Zahl der untersuchten Fälle gering ist und sich auf die genannten sechs Länder fokussiert.

"Wer älter als 30 ist, hat in der Regel mehr Geld zur Verfügung und fühlt bei der Partnersuche womöglich höheren Druck."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Auf eine Anfrage von Buzzfeed News ließ Tinder wissen, dass die Mozilla-Studie fehlerhaft sei. Dass sich Kosten in den Premium-Abos aufgrund von Ethnie, sexueller Orientierung oder dem Alter des Nutzenden unterscheiden, dementierte Tinder.

Der Studie zufolge sind die Unterschiede der Gebühren beim Alter am höchsten. Darin sieht Deutschlandfunk-Nova-Netzautor Andreas Noll zunächst mal eine gewisse wirtschaftliche Logik. "Wer älter als 30 ist, hat in der Regel mehr Geld zur Verfügung und fühlt bei der Partnersuche womöglich höheren Druck."

Preis wird erst nach Beantwortung diverser Fragen angezeigt

Die Mozilla-Foundation nennt die Preisgestaltung von Tinder "unverantwortlich, unfair und undurchsichtig". Grundsätzlich ist ein Unternehmen in der Preisgestaltung aber frei. Es kann theoretisch jeden Preis ausrufen.

Allerdings gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern der allgemeine Gleichstellungsgrundsatz, den Unternehmen beachten müssen. Deswegen gibt es zum Beispiel bei Versicherungen Unisex-Tarife.

Dass Tinder keine eindeutige Preistabelle veröffentlicht, wird schon länger kritisiert. Nutzer*innen erfahren den individuellen Preis erst, nachdem sie diverse Fragen beantwortet haben.