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Im Fall George Floyd wurde der Ex-Polizist für schuldig befunden. Die Verlesung des Urteils löste in Minnesota Jubel aus und auch die Familie von George Floyd sagt, sie könne jetzt endlich wieder aufatmen.

Im Mordprozess gegen den ehemaligen Polizisten, der George Floyd getötet hat, haben die Geschworenen ihr Urteil gefällt: Derek Chauvin ist in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen wegen Mordes zweiten und dritten Grades und wegen Todschlags.

Wie hoch das Strafmaß genau ist, will das Gericht in acht Wochen bekannt geben. Maximal kann es für alle drei Anklagepunkte eine Haftstrafe von insgesamt 75 Jahren für den Ex-Polizisten ansetzen.

Jubel und Freude nach dem Urteil

Dieses eindeutige Urteil gegen einen weißen Polizisten, der einen schwarzen US-Bürger getötet hat, ist in den USA das erste seiner Art, erklärt Dlf-Korrespondentin Doris Simon aus Washington. Für die Familie und Angehörigen von George Floyd bedeutet es in erste Linie: Sie können aufatmen. Das Gefühl der Erleichterung sei nach der Urteilsverkündung im ganzen Land spürbar gewesen und in Minnesota habe die ganze Stadt gejubelt.

Für Brandon Williams, dem Neffen von George Floyd, sei das Urteil vielmehr eine Chance für die USA, den Weg in die richtige Richtung zu gehen. Seine Familie und er wollten Gerechtigkeit für ihren Sohn, Onkel, Vater und das habe sie bekommen. Zudem mache das Urteil klar, dass eine Person, die das Gesetz verkörpert, nicht über ihm stehe.

"Der Bruder von George Floyd, Philonise, hat gesagt, jetzt können wir wieder atmen. Gerechtigkeit für George, das bedeutet Freiheit für alle."
Doris Simon, Dlf-Korrespondetin in Washington

Die genauen Hintergründe der Geschworenen für das Urteil sind nicht bekannt. Doris Simon hält es für denkbar, dass die Black-Lives-Matter-Bewegung, die den systemischen Rassismus immer wieder anklagt, ein stückweit dazu beigetragen hat.

Möglich sei auch, dass sie die Argumente und Zeugen der Anklage mehr überzeugt haben als die der Verteidigung. Der Ex-Polizist hatte ursprünglich auf nicht schuldig plädiert. Statt der Gewalt des Polizisten machte die Verteidigung etwa Herzprobleme oder Drogen für den Tod von George Floyd verantwortlich.

Die Polizeireform als nächster Schritt

US-Präsident Joe Biden hat nach der Bekanntgabe des Urteils dazu aufgefordert, weiter gegen systemischen Rassismus vorzugehen. Dazu hat er den Senat angehalten, das Gesetz für eine Polizeireform zu verabschieden wie das Repräsentantenhaus schon im letzten Jahr. Das Gesetz sieht unter anderem die Aufhebung der eingeschränkten Immunität der Polizei vor. Bislang haben die Republikaner das Gesetz abgelehnt.

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Neben Derek Chauvin sind drei weitere ehemalige Polizeibeamte angeklagt, die am Einsatz gegen George Floyd beteiligt waren. Ihr Gerichtsverfahren soll am 23. August beginnen.