Die Organisation Eco Peace veranstaltet ein Wettschwimmen durchs Tote Meer von Jordanien nach Israel. Die Aktion soll auf die desaströse Lage dieser einzigartigen Naturlandschaft aufmerksam machen.

Das Tote Meer ist massiv bedroht. Während es im Norden austrocknet, lassen die Salzmassen im Süden den Meeresspiegel ansteigen. Mit einem Wettschwimmen will die Organisation Eco Peace jetzt Aufmerksamkeit schaffen. Schwimmer aus der ganzen Welt nehmen an der Aktion teil, vor allem Schwimmer aus Israel und Jordanien.

Sieben Stunden wird es dauern, bis die Schwimmer die Strecke von Jordanien nach Israel geschafft haben. Bei 36 Prozent Salzgehalt ist das Wettschwimmen allerdings keine Spaßveranstaltung. Eigentlich können die Sportler nur auf dem Rücken schwimmen. Auf dem Bauch zu liegen ist so gefährlich, dass die Bademeister am Toten Meer regelmäßig Menschen auffordern müssen, sich wieder auf den Rücken zu drehen. Die Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren und größere Mengen Salzwasser zu schlucken, ist einfach zu groß.

Salzwasser schlucken kann tödlich sein

Um die sieben Stunden in dem extrem salzigen Wasser zu überstehen, müssen die Schwimmer Spezialausrüstung tragen. Sie tragen zum Beispiel eine Ganzgesichtstaucherbrille. Außerdem sind Boote mit Medizinern vor Ort, die eingreifen, wenn doch jemand zu viel von dem Salzwasser schluckt. Kleine Mengen Salzwasser in der Lunge reichen schon, um lebensgefährlich zu werden.

"Gefährlich ist das richtige Stichwort, denn Umweltschützer sagen: 'Gefährlich ist die Situation vor allem für das Tote Meer selbst.'"
Torsten Teichmann, Korrespondent in Israel

Für die Umweltschützer ist das genau der richtige Zusammenhang. Denn ein Grund für das Austrocknen des Toten Meeres ist, dass der Jordan nur noch sehr wenig Wasser führt. Denn bevor der Jordan ins Tote Meer fließt, werden bereits 95 Prozent des Wassers von Israel, Syrien und Jordanien abgezweigt. Das Wasser wird für die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft benötigt. Das hat dazu geführt, dass der Meeresspiegel in den letzten 30 Jahren um satte 25 Meter gesunken ist.

"Es müsste ein Wunder geschehen. Nämlich dass sich die Parteien, die da oben Wasser rausnehmen, nämlich Syrien, Israel und Jordanien, zusammensetzen und das ändern, indem sie eine Lösung finden."
Torsten Teichmann, Korrespondent in Israel

Eine mögliche Lösung wäre, Süßwasser aus der Türkei einzuleiten und in den Jordan zu überführen. Aber die momentane politische Situation in Syrien ist durch den Krieg dort so schlecht, dass es überhaupt keine Möglichkeit gibt, darüber Gespräche zu führen. Die Umweltschützer von Eco Peace wollen mit ihrer Aktion auf beide Umstände aufmerksam machen und klar machen: Eigentlich können wir diese Situation nur gemeinsam lösen.

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