Wie in vielen kleinen Orten ist die Gesellschaft in Tröglitz völlig überaltert. Junge Leute wandern ab, weil Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeit fehlen. Reporter Sebastian Hesse kennt das Dorf sehr gut.

"Was das Lebensgefühl prägt, sind Senioren, Menschen, denen schon viele Veränderungen im Leben zugemutet wurden."
Sebastian Hesse, Reporter

Tröglitz ist eine Ortschaft der Gemeinde Elsteraue, in der etwa 2700 Menschen leben. Die meisten von ihnen sind Senioren und die prägen dort das Leben, Menschen, die selber schon viele Veränderungen im Laufe ihres Lebens durchgemacht haben, sei es die DDR, die Wende, die Währungsunion. "Das sind Menschen, die können große Veränderungen nur sehr schwer bewältigen", sagt Reporter Sebastian Hesse. Und genau diese diffusen Ängste habe die NPD noch geschürt.

Keine Nazi-Hochburg

Tröglitz ist ein Ort, der selber nach dem zweiten Weltkrieg überwiegend von Flüchtlingen besiedelt wurde. Nach Ansicht von Sebastian Hesse ist es definitiv keine Nazi-Hochburg. Das aus dem Amt drängen des Bürgermeisters war Sebastian Hesses Ansicht nach definitiv das Werk der NPD und organisierter Nazis. Die sitzen seit 2004 im Kreistag des Burgenlandkreises.

Die NPD hat als einzige über die Flüchtlinge informiert

Viele Tröglitzer sagen, dass sie nichts gegen Flüchtlinge haben und sich auch an einer Willkommenskultur beteiligen würden, wenn man ihnen garantieren könnte, dass der kleine Ort dadurch nicht überfordert würde. Das Problem: Die meisten von ihnen haben es durch die NPD erfahren, dass überhaupt Flüchtlinge in ihrem Ort untergebracht werden sollen.