Die Werbeindustrie weiß über fast alles Bescheid, was wir im Netz treiben. Selbst unser Akkustand ist für sie äußerst interessant.

Um einen Überblick zu bekommen, welche Tricks es beim Auswerten unseres Surfverhaltens gibt, haben Forscher von der Princeton University eine Million der populärsten Webseiten abgesurft, automatisiert mit einem speziellen Browser namens OpenWPM. Dabei haben sie aufgeschlüsselt, was für Tracking-Methoden verwendet werden und wie diese Tracking-Identifier, also zum Beispiel Cookies unter den Seiten weitergegeben und ausgetauscht werden. Und dann ging es natürlich auch darum, ob und wie wir uns gegen das Tracken schützen können.

Die gute Nachricht: Anti-Tracking-Tools wie zum Beispiel Ghostery, die meist an Desktop-PCs eingesetzt werden, wirken ganz gut gegen die normalen Cookies. Exotischere Tracking-Methoden sind ziemlich selten. Gegen die könnt ihr euch allerdings auch schlechter wehren. Etwa gegen das Canvas Printing, bei dem die Webseite einen Befehl an euren Browser schickt, bestimmte Zeichen darzustellen und das Ergebnis dann einscannt. Der Hintergrund: Fast jeder Rechner löst das anders -abhängig von der Hardware. Und hier haben die Forscher eine bislang unbekannte Variante des Trackings entdeckt. Verräterisch kann auch die minimale Abweichung der internen Uhr im Vergleich zur Atomzeit sein.

Akku leer? Das wird teuer

Bei Smartphone-Modellen gibt es weniger Tracking-Tricks. Gerade bei Apples Betriebssystem IOS wird relativ restriktiv gehandhabt, was Apps weitergeben dürfen, das den Nutzer identifizieren könnte. Bei Android sind die Geräte durch die verschiedenen Herstellerversionen und die freizügigeren Apps viel individueller und damit einfacher wiederzuerkennen. Aber die Werbeprofis haben auch für Mobilgeräte Tracking-Ideen - wie die Forscher feststellten.

"Auch für Mobilgeräte haben die Werbeheinis neue Ideen."
Netzautor Michael Gessat

Maßgeschneiderte Angebote können auch bedeuten, dass die Preise auf einer Website für iPhone-6-Plus-Besitzer etwas höher sind, als für jemanden mit einem Uraltgerät. Und wer so gut wie keinen Saft mehr hat, zahlt vielleicht auch etwas mehr. Die Idee der Werber: Kurz bevor der Akku schlapp macht, schlagen wir vielleicht noch schnell zu, ohne über den Preis nachzudenken.