Warum essen wir Weihnachtsgans, Karpfen oder Lebkuchen? Nicht nur weil es gut schmeckt, sondern weil Essen auch schon immer eine heilende Wirkung besitzt.

Traditionell werden Gans und Schwein im Herbst und Frühwinter gemästet und in den Raunächten geschlachtet. Die Tradition der Weihnachstgans geht wahrscheinlich auf Königin Elisabeth I. zurück, sagt Medizinhistoriker Wolfgang U. Eckart, die auf die Nachricht von der geschlagenen Spanischen Armada befahl, eine Gans auftragen zu lassen. So entstand die Mode, bei hohen oder gewichtigen Anlässen wie Weihnachten, eine fette Gans auf den Tisch zu stellen.

"Die Gans ist seit der Antike ein magisch besetztes Lebensmittel. Vor allem dem Fett wurde große Bedeutung beigemessen."
Wolfgang U. Eckart, Medizinhistoriker

Das Gänsefett sollte gegen Lungensucht, gegen Trübung der Hornhaut des Augapfels und die Gänsehaut sollte bei kalten Füßen helfen. Frauen rieben sich Gänseschmalz auf die Schwangerschaftsstreifen. Auch dem Karpfen wurden heilende oder magische Wirkungen zugesprochen. So soll die Asche des verbrannten Schädelknochens gegen Hirnschlag helfen. Außerdem sollten am Baum ausgebrachte Karpfenschuppen das Wachstum fördern. Eine Schuppe im Portemonnaie sollte bei Geldsorgen helfen.

"Man aß nicht nur um satt zu werden, man aß auch mit Hintersinn."
Wolfgang U. Eckart, Medizinhistoriker

In den Klöstern haben Mönche und Nonnen Kräuter in die Lebkuchen untergemischt: Alles, was lecker schmeckte, aus dem Nahen Osten kam und von heißer und trockener Qualität war, erklärt Wolfgang U. Eckart. Die Kräuter sollten gegen Schnupfen und fiebrige Erkältungserkrankungen helfen. "Aus dem Lebkuchen wurde ein richtiges Medizinalgebäck", sagt Wolfgang U. Eckart.