19 Prozent der Güter werden aktuell über die Schiene, also per Zug transportiert. Der Großteil des Warentransports läuft über Lkw. Das Klimapaket der Bundesregierung sieht mehr Fördermaßnahmen für den Schienengüterverkehr vor.

Jeden Tag werden Waren quer durch Deutschland transportiert: Das passiert mit dem Lkw, mit dem Schiff und auch mithilfe von Güterzügen. 19 Prozent – so groß ist der Anteil des Güterverkehrs am Warentransport.

Im Vergleich: 70 Prozent der Güter kommen per Lkw von A nach B. Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung sieht vor: Es braucht eine Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene – dem umweltfreundlichsten Transportweg.

Denn: Beim Güterverkehr fehlt es seit Jahren an Zuverlässigkeit und Schnelligkeit. Zum Beispiel sei das Equipment der Güterzüge stark veraltet, sagt Bahnexperte Uwe Höft von der Technischen Hochschule Brandenburg. Hier Innovation reinzubringen, sei eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

"Die Güterwagen fahren noch mit uraltem Equipment, die gehören zum Teil ins Museum oder zum Schrotthändler – da braucht es Innovation."
Uwe Höft, Bahnexperte von der Technischen Hochschule Brandenburg

Zudem müssen die Speditionen eine Trassengebühr bezahlen, die stark angestiegen ist. Für Unternehmen bedeutet das: Für sie ist der Lkw-Transport oft günstiger als der Weg über den Güterzug.

Hier zeigt sich: Geht es um die Schiene, steht der Personenverkehr im Vordergrund – der Güterverkehr wird hinten angestellt.

Weil es an Ausweichstrecken für Güterzüge fehlt, müssen sie oft warten und verspäten sich. Zudem wurden viele Unternehmen vom Schienennetz abgeschnitten – die Folge eines großflächigen Abbaus von Anschlüssen.

"Ganz grundsätzlich muss der Schienengüterverkehr günstiger werden als der Lkw-Transport. Und er muss genauso schnell und zuverlässig sein."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion

In Zukunft soll sich das ändern: Das Klimaschutzpaket sieht unter anderem den Bau von Ausweichgleisen vor und eine Entlastung von 350 Millionen Euro bei der Trassengebühr. Das habe aber kaum einen Effekt, sagt Sina Fröhndrich aus der Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion. Für sie sind die Maßnahmen der Bundesregierung wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Demnach brauche es deutlich größere Investitionen.

Für einen zuverlässigen Güterverkehr braucht es große Investitionen

Auch Sigrid Nikutta fordert mehr Güterverkehr auf der Schiene. Als Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn ist sie ab Januar 2020 für den Güterverkehr zuständig. Gerade, weil der Warengüterverkehr in Zukunft um 40 Prozent steigen soll, gebe es für sie keine Alternative als mehr Güter über die Schienen zu transportieren.