Trinken ist wichtig - mindestens 1,5 Liter am Tag. Weil die Trinkwasserqualität in Deutschland gut ist, greifen viele einfach zum Wasserhahn. Aber ist Leitungswasser wirklich ein guter Ersatz für Mineralwasser?

Seit Jahren steigt in Deutschland der Pro-Kopfverbrauch von Mineralwasser. Aktuell liegt er bei rund 147 Liter pro Kopf und hat in den letzten 15 Jahren, um ungefähr die Hälfte zugenommen. Bleibt nur die Frage, ob wir uns überhaupt die Mühe machen müssen, Mineralwasser extra im Supermarkt zu kaufen und in unsere Wohnung zu schleppen.

Leitungswasser im Test ohne jegliche Bedenken

Für Ina Bockholt von der Stiftung Warentest spricht nämlich absolut nichts dagegen, einfach Leitungswasser zu trinken. Im vergangenen Jahr hat Stiftung Warentest bundesweit das Wasser aus 28 Orten getestet und alle Proben waren zufriedenstellend. Auch der Nitratgewalt lag immer unter dem gesetzlichen Grenzwert.

“Von diesem Wasser hätte man ein Leben lang trinken können.“
Ina Bockholt, Stiftung Warentest

Grundsätzlich kann es passieren, dass außergewöhnliche Ereignisse wie Starkregen oder eine Vermischung mit Abwässern aus Industrieanlagen, das Trinkwasser verunreinigen.

Das finden die Wasserwerke aber sehr schnell heraus, weil die Qualität des Wassers jeden Tag mehrfach kontrolliert wird. Im Notfall warnen die Wasseranbieter dann vor dem Verzehr des Trinkwassers. Aber das kommt laut Ina Bockholt äußerst selten vor.

Mineralstoffe sind kein Qualitätskriterium für Wasser

Vielen von uns glauben, dass sie mit dem Mineralwasser aus der Flasche mehr Mineralstoffe zu sich nehmen, als mit Leitungswasser. Bei einigen Wässern trifft das zwar zu, nur ist die Zufuhr von Mineralien über das Wasser vernachlässigbar, meint Ina Bockholt.

Deswegen sind sie bereits seit 1980 nicht mehr für Mineralwasser vorgeschrieben und manche Wässer aus dem Supermarkt enthalten so viele Mineralstoffe wie Leitungswasser. 

“Mineralstoffe im Wasser sind nicht lebensnotwendig.“
Ina Bockholt, Stiftung Warentest

Auch die Überzeugung, über das Wasser Salz, also Natriumchlorid, aufnehmen zu müssen, verbannt Ina Bockholt in das Reich der Mythen. Zwar sind Natrium und Chlorid im Wasser enthalten, aber den Löwenanteil davon nehmen wir über das Essen zu uns. 

“Der Salzgehalt im Wasser spielt absolut keine Rolle.“
Ina Bockholt, Stiftung Warentest

Und wer gerne Sport treibt und davon überzeugt ist, seine Speicher an Magnesium oder Kalium übers Mineralwasser wieder aufzufüllen, muss schon zur richtigen Flasche greifen. Nur einige wenige decken die empfohlene Tagesdosis mit einem Liter zu rund einem Drittel.