Diese Idee von Chemikern aus den USA könnte helfen, Millionen Menschen auf der Welt mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Sie haben ein Buch entwickelt, dessen Seiten Bakterien aus dem Wasser herausfiltern. Erste Tests sind überzeugend.

Wir kennen es so: ein Buch klappt man auf, liest es, und legt es wieder weg. Das trinkbare Buch funktioniert aber ganz anders. Hier trennt man die Seiten einzeln heraus und filtert damit Wasser. Bis zu 100 Liter schafft eine Seite - ein Buch versorgt einen Menschen vier Jahre lang. Getestet wurden die Filterbücher bisher in Südafrika, Ghana und Bangladesch.

"Alles Länder, in denen es große Probleme mit verdrecktem Trinkwasser gibt - und in allen Tests waren die Ergebnisse total überzeugend. Selbst neben Abwasserkloaken kam nach dem Filtern 99,9 Prozent sauberes Trinkwasser heraus."
DRadio-Wissen-Autorin Nicola Reyk über das trinkbare Buch

Die Idee zum trinkbaren Buch hatte die Chemikerin Dr. Theresa Dankovich von der US-amerikanischen Carnegie Mellon Universität. Sie dachte sich, dass es doch nicht sein kann, dass mehr als 650 Millionen Menschen auf der Welt Wasser trinken müssen, das tödliche Bakterien wie die Choleraerreger enthält. Für ihre Doktorarbeit hat sie ein Filter-Papier entwickelt, das mit Nano-Partikeln durchsetzt ist. Zum Beispiel mit Nano-Silber und Nano-Kupferpartikeln. Und diese Partikel töten Bakterien.

Das weltweite Wasserproblem ist noch nicht gelöst

Mehrere Hilfsorganisationen unterstützen das Projekt. Beispielsweise die Organisation Water-is-life, die sich auf sauberes Trinkwasser spezialisiert hat. Die Seiten des Buches werden bislang jedoch von den Wissenschaftlern selbst per Hand hergestellt. Es fehlt ein Unternehmen, das in großem Stil produziert. Dazu muss aber die Frage geklärt sein, ob und wie viel Geld sich damit verdienen lässt. Ein zweiter Kritikpunkt zielt auf die Filterfunktion der Papierseiten. Zwar können Bakterien herausgefiltert werden, besser wäre es aber noch, wenn das Papier auch Viren und Parasiten abtöten könnte.

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