Es ist eine sehr gute Nachricht: Es sieht so aus, als könnte es bald einen wirksamen Impfstoff gegen Malaria geben. Erste Tests verliefen sehr vielversprechend


Jedes Jahr sterben mehr als 600.000 Menschen an Malaria, die meisten von ihnen: Kinder unter fünf Jahren aus Ländern südlich der Sahara. Bislang hat es noch nicht geklappt, eine Impfung zu entwickeln - bis heute. Denn bei einem möglichen Impfstoff sind die letzten Tests so gut verlaufen, dass der Hersteller GlaxoSmithKline bei den Behörden die Zulassung beantragt hat. Soweit hatte es davor noch kein Impfstoff geschafft.

Der Impfstoff wurde an 15.000 Säuglingen und Kindern in Afrika getestet. Die Bilanz nach achtzehn Monaten: Die Impfung hat ein Viertel, bis die Hälfte aller Malariafälle verhindert, erzählt Britta Wagner aus der DRadio-Wissen-Nachrichtenredaktion. Besonders gut wirkte die Behandlung bei schweren Fällen und in besonders malariaverseuchten Gebieten.

Die Erfolgsquote ist noch ausbaubar

Klar ist: Die Erfolgsquote ist noch ausbaubar. Für die beteiligten Forscher ist die Entwicklung aber dennoch ein Grund zur Freude. Und das Ergebnis von 30 Jahren Forschung. Seit 2001 unterstützt die Malaria-Impf-Initiative die Entwicklung, ein Projekt, in das auch Geld aus der Bill-and-Melinda-Gates-Foundation fließt.

Warum die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Malaria so kompliziert ist? Der Erreger ist sehr komplex und hat ähnliche wie der HI-Virus, im Laufe seiner Entwicklung gelernt, wie er sich vor unserem Immunsystem verstecken kann.

"Die Impfung hat circa ein Viertel, bis die Hälfte aller Malaria-Fälle verhindert. Besonders gut geholfen hat sie gegen schwere Verläufe und in den am stärksten malariaverseuchten Gebieten."
Britta Wagner über den neuen Malaria-Impfstoff

Bis Ende 2015 könnte eine Empfehlung für den Impfstoff stehen, wenn es mit einer Zulassung in Europa klappt. Allerdings müssten dann die betroffenen afrikanischen Länder noch ein Impfprogramm starten, damit es bei der Bevölkerung ankommt.

Eine wichtige Frage: Wie teuer wird der Impfstoff. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat versprochen, das Medikament fast zum Herstellungspreis zu verkaufen. Die große Hoffnung der Malaria-Impf-Initiative: Die neue Impfung soll durch Entwicklungshilfe finanziert werden, damit sich afrikanische Familien wirklich leisten können, ihre Kinder zu impfen.