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Der Lockdown geht weiter, aber mit besserer Frisur: Ab dem 1. März dürfen die Friseursalons wieder öffnen. Friseurmeisterin Susanne Klapper aus Köln erzählt, wie sie sich auf den Run einstellt und die Tatsache, dass es für die Salons noch gar keine Vorgaben gibt.

Eigentlich ist es eine gute Nachricht für Friseursalons: Ab dem 1. März dürfen sie wieder öffnen – im Gegensatz zu anderen Läden, Cafés, Fitnessstudios und Museen. Dennoch wirft die Öffnung auch viele Fragen auf: Wie viele Personen werden sich pro Quadratmeter im Geschäft aufhalten dürfen? Wie können die Menschen in den Salons geschützt werden? Möglich wäre zum Beispiel eine verpflichtende FFP2-Maske.

Zwischen Terminplanung und Überbrückungshilfe

Ohne konkret zu wissen, wie ihre Arbeit nach dem Lockdown aussehen wird, macht sich Susanne Klapper an die Terminplanung. "Ich habe gefragt, wer von meinen Teilzeitkräften mehr arbeiten kann. Und ich werde natürlich auch gucken, dass ich das Maximum mache", sagt die Inhaberin eines Friseursalons in Köln. Schließlich wolle sie für ihre Kundinnen und Kunden da sein.

"Wenn das Geschäft wieder offen ist, wird es schon funktionieren. Aber dieses Funktionieren läuft ja im Prinzip schon seit einem Jahr."
Susanne Klapper, Inhaberin des Friseursalons "Hairdresser on fire"

Zweieinhalb Monate hatte unser Haar Zeit zu wachsen – die Ansätze sind unübersehbar, die Spitzen haben Spliss, der Schnitt hat sich schon kurz nach Silvester verabschiedet. Wenn man den Memes auf Social Media glaubt, sehen wir inzwischen alle aus wie Jetis.

Den wilden Wuchs werden ab dem 1. März viele wieder beseitigen wollen – und zwar so schnell wie möglich, da ist sich Susanne Klapper sicher. Tatsächlich fing ihr Handy in dem Moment an zu klingeln, zu summen und zu brummen, als Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten die neue Regelung am Mittwochabend (10.2.2021) in ihrer Videokonferenz verkündeten.

"Einerseits ist da die Angst vor den Mutationen, andererseits ist die Erleichterung groß, weil wir wieder Geld verdienen können."
Susanne Klapper, Friseurmeisterin aus Köln

Wie Susanne Klapper bereits bei Deutschlandfunk Nova erzählt hat, war und ist der Lockdown für sie hart. Neben den staatlichen Hilfen hat sie, um ihr Geschäft behalten zu können, einen Kredit aufgenommen und Geld von ihrer Familie geliehen. So kann es aber nicht weitergehen, sagt sie, deswegen sei es einfach nötig, dass sie bald weder arbeiten kann.

Vor der Salonöffnung noch fix die Bürokratie handeln

Bevor es im Friseursalon wieder losgeht, muss sie selbst aber erst einmal einen Termin kriegen – für die Überbrückungshilfe III. Denn die können Unternehmen endlich beantragen. Das ginge unkompliziert, verspricht die Politik, ist aber nur bei Steuerberatern möglich. Und die werden inzwischen überrannt, wahrscheinlich so wie im März die Friseursalons.