TTIP - das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA - stößt vor allem in Deutschland auf Kritik. In Osteuropa gibt es kaum Kritik an dem Abkommen. Warum erklärt Brüssel-Korrespondent Thomas Otto.

Die größte Ablehnung gegen TTIP kommt aus Deutschland, erklärt Thomas Otto. Und das liegt vor allem daran, dass hier der Protest gegen TTIP organisiert wird.

"Es gibt hier eine Handvoll NGOs, die sich ganz stark gegen TTIP einsetzen.Vorneweg der Verein "Mehr Demokratie" aus Deutschland mit einem europaweiten Bürgerbegehren."
Thomas Otto, Brüssel-Korrespondent

Die Reaktionen auf das Bürgerbegehren zeigen ganz deutlich, wo der Protest gegen TTIP am größten ist: Die Hälfte der Stimmen kommt aus Deutschland. Dann sind da noch viele Stimmen aus Österreich und Großbritannien. Aus Osteuropa kommen allerdings kaum Stimmen gegen TTIP. Das liege unter anderem daran, dass die Zivilgesellschaften in vielen osteuropäischen Staaten nicht so weit ausgebildet sind, erklärt Thomas Otto.

"Die Idee, dass man unabhängig von Wahlen Politik machen und mitgestalten kann, ist in vielen osteuropäischen Ländern gar nicht verbreitet."
Thomas Otto, Brüssel-Korrespondent

Außerdem werden in Deutschland besonders Verbraucher- und Umweltschutz hoch gehängt. Darum ist hier auch die Sorge am größten, TTIP könnte die hohen Verbraucherschutzstandards verwässern.

Unabhängigkeit von Russland

Viele osteuropäische Länder wünschen sich unterdessen mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit von Russland. Aus diesem Grund spielt ihnen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA in die Hände - es würde nämlich genau diese Unabhängigkeit von Russland stärken.