Eisige Kälte, Nächte im Zelt, Tage ohne Dusche oder Toilette. Wer Bock auf Skifahren und Abenteuer hat, liegt mit einer Tour nach Kirgistan genau richtig. Marco Senteler hat dafür das Projekt Tunduk gegründet und will mehr Touristen im Winter in die zentralasiatische Republik locken.

Kirgistan ist beliebt bei Touristen. Im Sommer und im Frühling kommen sie vor allem aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland zum Wandern. Für die Menschen in Kirgistan ist dieser Sommertourismus allerdings auch ein Problem: Im Winter haben sie keinen Job. Darum hat Bergsport-Fan Marco Senteler gemeinsam mit einem kirgisischen Freund das Projekt "Tunduk" gegründet.

Es geht ihnen nicht darum, aus der Landschaft Kirgistans ein spektakuläres Urlaubsressort zu pressen. Sie wollen keine Lift bauen, keine Infrastruktur entwickeln. "Wir interessieren uns für die unberührten Berge, die es dort gibt", erklärt Marco Senteler. Sie wollen Touren anbieten und so für Individualtourismus werben. Wer zum Skifahren hinfährt, muss auf dieses Abenteuer vorbereitet sein: Geschlafen wird in Zelten und die Hygiene muss manchmal auch fünf Tage am Stück Pause machen. Luxus ist anders.

"Wir haben das Gelände erkundet, wir haben die Berge auf den Skiern entdeckt und so den Grundstein gelegt, von diesem Camp aus unsere Ski-Touren zu machen."
Marco Senteler, Projekt Tunduk

Zu Fuß geht es auf den Berg, ganz ohne Unterstützung. "Wir kleben da so Felle unten an die Skier und laufen dann den Weh hoch", sagt Marco Senteler. Dann kommen die Felle ab und die Sportler fahren die Hänge herunter. Es gibt dort keine Pisten, die Hänge sind unpräpariert. "Das ist ein spezielles Gefühl des Skifahrens", sagt Marco. "Das ist sehr naturverbunden."

Abenteuerurlaub statt Massentourismus

Diese Natur soll unberührt bleiben, auch wenn die Touristen kommen. "Unser Camp ist relativ klein", argumentiert Marco. Es besteht aus zwei Juten, da passen bis zu acht Personen rein. Massentourismus ist so gar nicht möglich, es bleibt ein Abenteuerurlaub. "Wir möchten den Leuten dort die Hand bieten, etwas aufzubauen, was nachhaltig funktioniert."