Die Ultraläuferin Judith Havers hat den Ultra Mirage El Djerid gewonnen: ein Wüstenlauf in Tunesien vorbei an einem Salzsee, Dromedaren und unglaublich viel Sand.

38 Grad, Wüste und zwischendurch noch ein extremer Sandsturm. Im Gesamtpaket seien diese Herausforderungen schon anstrengend, aber zu schaffen, erzählt Judith Havers.

Die Ultraläuferin aus Hamburg hat den diesjährigen Ultra Mirage El Djerid gewonnen: Das sind 100 Kilometer durch die Sahara in Tunesien. Und Judith Havers war die schnellste Frau. Sie schaffte die Strecke in 12 Stunden und knapp 22 Minuten. Von insgesamt 122 Läufern und Läuferinnen kamen 86 ins Ziel.

100 Kilometer Ultralauf durch die Wüste

Die Strecke führt zunächst vorbei an einem Salzsee. Die Läuferin hat Glück und kann eine Fata Morgana sehen, eine Luftspiegelung. Später trifft sie auf eine Herde Dromedare. Je länger sie läuft, desto besser kann sie den Sand lesen, wie sie sagt. Sie lernt, wo sie gut auftreten und wie sie Unebenheiten ausbalancieren kann. Dennoch: Viel Landschaftsveränderung gibt es nicht.

"Sand ohne Ende. Viel Beige, was man den Tag über sieht."
Judith Havers, Ultraläuferin
Judith Havers kurz vor dem Start des Wüsten-Ultralaufs. Sie grinst und wird später den Lauf gewinnen.
© Privat
Judith Havers vor dem Start. Aber danach wird sie immer noch grinsen, denn sie wird gewinnen.

Bei ihrem gut 12-Stunden-Lauf konzentriert sie sich allein auf das Rennen. Auf den jeweils nächsten Schritt und wie ihr Körper mit der Belastung klar kommt. So geht es von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt bis ins Ziel.

Auch der Ultralauf ist diesmal von der Coronavirus-Pandemie geprägt. Mund-Nase-Schutz gilt am Start und auch an den Verpflegungspunkten. Auch die Siegerehrung und Party fallen diesmal anders aus. Weniger herzlich als sonst, sagt Judith Havers. Aber alle sind einfach nur froh, dass sie laufen können.

Beim Ultra Mirage El Djerid 2020 läuft Judith Havers durch die Wüste.
© Privat
Laufen muss tatsächlich für Glückshormone sorgen...

Nicht nur für Judith Havers auch für viele andere Ultraläufer und -läuferinnen fallen zurzeit viele Wettkämpfe aus. Da braucht es Alternativen, wie zum Beispiel die Online-Plattform Fastest Known Time. Dort stellen Läuferinnen und Läufer ihre persönlichen Rekorde ein, meist geht es um Fernwanderwege.

"Daraus ist ein freundlicher Wettkampf entstanden. Der bietet die Möglichkeit, sich trotzdem gegenseitig zu messen."
Judith Havers, Ultraläuferin

So kann man sich zumindest digital vergleichen, auch wenn man zurzeit nicht direkt gegeneinander antreten kann.

Judith Havers hat im Juni auf der Plattform einen Rekord aufgestellt. Sie ist den Heidschnuckenweg in Norddeutschland gelaufen. 222 Kilometer in 40 Stunden. Im Juni war sie die erste, die den Weitwanderweg gelaufen war und ihre Zeit bei Fastest Known Time eingestellt hat. Mal schauen, wie lange sie den Rekord halten kann.