• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Viele Jobs für Studierende sind während des Lockdowns verschwunden. Nun zieht der Arbeitsmarkt wieder an - und die Überbrückungshilfen vom Staat laufen aus.

Studierende können voraussichtlich noch bis Ende September Überbrückungshilfe beantragen. Die sieht eine finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro pro Monat vor. Um sie zu erhalten, müssen die Studierenden nachweisen, dass sie sich in einer "pandemiebedingten Notlage" befinden – ihnen also zum Beispiel wegen Corona der Job weggefallen ist. Für jeden Monat muss der Antrag neu erfolgen.

Funktioniert hat das System bisher offenbar gut: Nach einem Antrag folgte in über 90 Prozent der Fälle im nächsten Monat noch einer, sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks.

"Die Gastronomie sucht händeringend nach Personal. Auch die Studentenwerke, die eigene Jobvermittlungen haben, können nicht alle Plätze besetzen."
Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks

Womöglich wird die Unterstützung jetzt nicht mehr benötigt. Achim Meyer auf der Heydes Eindruck ist, dass gerade die Gastronomie, die nach und nach öffnet, einen großen Bedarf an Arbeitskräften hat. "Die Job-Situation ist jetzt wesentlich besser für Studierende", sagt er.

Weniger Anträge auf Überbrückungshilfe

Für Iris Kimizoglu aber, Vorstandsmitglied im Freien Zusammenschluss von Student*innenschaften, ist der Wegfall der Überbrückungshilfen kein gutes Zeichen. Unsicher sei zum Beispiel, wie sich die Situation im Winter entwickelt, wenn womöglich die Infektionszahlen wieder steigen und Jobs erneut wegfallen könnten.

Überbrückungshilfe statt Bafög?

Achim Meyer auf der Heyde vermutet, dass viele die Überbrückungsgelder beantragt hätten statt Bafög – was daran liegen könnte, dass der Bafög-Antrag komplizierter ist und zu Teilen zurückgezahlt werden muss. Die Überbrückungshilfe muss nicht zurückgezahlt werden.

2020 haben weniger Studierende Bafög bekommen als im Vorjahr. Der Freie Zusammenschluss von Student*innenschaften fordert: Bafög sollte nicht zurückgezahlt werden müssen. Bildungsministerin Anja Karliczek hat eine Reform angekündigt, bei der unter anderem die Altersgrenze und die Regelstudienzeit gelockert werden sollen.