Was macht man, wenn ein Grizzlybär angreift? Ihm einfach den Arm in den Rachen rammen - so hat es zumindest Chase Dellwo getan, der in Montana auf Elchjagd war. Der Jäger erlitt viele Verletzungen, kam aber mit dem Leben davon.

Die Anzahl von Bärenattacken auf Menschen ist gestiegen. Das kann mit Nahrungsknappheit zusammenhängen oder auch damit, dass Menschen immer tollkühnere Stunts wagen, um den Wildtieren mit der Kamera nahezukommen. Bären können aus verschiedenen Gründen angreifen: um ihr Futter zu verteidigen, weil sie sich bedroht fühlen oder auch in Tötungsabsicht. Je nachdem kann Angriff unterschiedlich heftig ausfallen.

"Natürlich gibt es Tiere, die in Tötungsabsicht angreifen und bei diesen Tieren hat der Mensch selbst mit Waffen nur eine untergeordnete Chance."

Krokodile und Nilpferde greifen Menschen oft gezielt an, um sie zu töten oder aus ihrem Gebiet zu entfernen. Diese Attacken sind in der Regel gefährlicher als die eines Bären, der sich auf der Suche nach Nahrung einem Zelt oder einem Haus nähert. Wenn man selbstbewusst auftritt und Lärm macht, ziehen sich Bären oft wieder zurück, sagt Survival-Experte Joe Vogel im Interview.

Chase Dellwo: "Es war nicht die Schuld des Bären, der hatte genauso viel Angst wie ich."

"Wir gehören nicht gezielt in das Nahrungsspektrum des Eisbären. Neben Robben und Schnee gibt es nicht viel in ihrem Lebensraum. Sie müssen also alles fressen, was sich bewegt, sonst überleben sie nicht."

Besonders bedenklich findet Joe Vogel den Selfie-Wahn der letzten Jahre. Dadurch begeben sich viele Touristen und Fotojäger unnötig in Gefahr. Auch wenn die Anzahl der Angriffe von Wildtieren auf Menschen steigt, ist die Zahl gering im Vergleich mit Todesfällen durch Verkehrsunfälle oder tödlichen Krankheitserregern.

Gefahr durch Wagemut