Die Gewalt in der Ukraine eskaliert: Demonstranten greifen die Polizisten mit Molotow-Cocktails, die Polizei schießt scharf. Seit gestern sind 26 Menschen in den Straßenschlachten ums Leben gekommen. (Stand: 18 Uhr am 19. Februar)

Die Demonstranten sind überzeugt: In der Nacht zum Donnerstag wird die Staatsmacht wieder massiv gegen sie vorgehen. Seit Stunden stehen sich die beiden Parteien auf dem Maidan in Kiew gegenüber.

Schuld an der Situation sind jeweils die anderen. Präsident Viktor Janukowitsch rechtfertigte den Gewaltausbruch, die Opposition hätte zum Gebrauch von Waffen aufgerufen. Oppositionsführer Vitali Klitschko kritisierte, Janukowitsch sei zu keinen Verhandlungen bereit.

Russland hat sich inzwischen demonstrativ hinter die ukrainische Regierung gestellt: Die Demonstranten seien Extremisten und hätten einen Staatsstreich geplant. Bundespräsident Joachim Gauck hingegen kritisiert Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

"Unsere Botschaft an die Menschen in der Ukraine lautet: Wir Europäer lassen die Demokraten dort nicht alleine."
Joachim Gauck, Bundespräsident

Am Donnerstag setzt die Europäische Union das Thema auf die Agenda: Die Außenminister treffen sich in Brüssel zu einer Sondersitzung. Dann könnten einzelnen Politikern in der Ukraine zur Strafe die Bankkonten in EU-Ländern gesperrt und Einreiseverbote verhängt werden.

Auf den Spuren der Edathy-Affäre

In Berlin geht die Spurensuche weiter: Wer hat wann was über die Ermittlungen gegen den SPD-Politiker Sebastian Edathy gewusst? Heute hat der Innenausschuss Jörg Ziercke, den Chef des Bundeskriminalamtes, befragt. Die Opposition will weiter bohren, um die Hintergründe der Affäre ans Licht zu bringen. Der brodelnde Streit in der Großen Koalition sei dabei eher Nebensache, so Konstantin von Notz von den Grünen.

"Therapiegespräche können im Bundeskanzleramt stattfinden oder sonstwo, nicht hier."
Konstantin von Notz, Grünen-Abgeordneter

Weitere Hintergründe und Links zur Edathy-Affäre:

Was heute sonst noch wichtig ist

  • Die britische Regierung hat die Regeln für Sozialleistungen verschärft: Wer etwa Kindergeld bekommen will, muss in der Woche mindestens 180 Euro einnehmen.
  • Drei Telekommunkationsunternehmen müssen 200.000 Euro Strafe zahlen: Sie haben offenbar den Wechsel ihrer Kunden zu einem anderen Anbieter absichtlich verschleppt.
  • Das chinesische Militär hat ein Problem: Seine Soldaten werden immer größer - und passen inzwischen weder in ältere Panzer noch in ihre Uniformen.