Im Élyséepalast treffen sich heute die Staatsoberhäupter von Frankreich, Russland, Deutschland und der Ukraine, um eine Lösung für den Ukraine-Konflikt zu finden. Vassili Golod ist freier Journalist, sein Vater ist Ukrainer, seine Mutter ist Russin. Wir haben ihn nach seinen Einschätzungen zu dem heutigen Treffen gefragt.

Seit mehr als fünf Jahren besteht der Ukraine-Konflikt. Zum ersten Mal treffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine persönlich aufeinander. Vassili Golod bezweifelt, dass es wirklich Lösungen geben wird.

"Ein Kompromiss ist zu diesem Zeitpunkt ziemlich unmöglich. Auf der einen Seite ist Wolodymyr Selenskyj, der diesen Krieg sofort beenden möchte und auf der anderen Seite steht Wladimir Putin, der in diesem Krieg eine entscheidende Rolle spielt."
Vassili Golod, freier Journalist

Vassili Golod sagt, dass die Ukrainer genau auf dieses Treffen schauen werden. Wenn Wolodymyr Selenskyj nicht das liefere, was die Menschen erwarteten, drohe ihm durchaus Protest.

"Jeder Kompromiss, der heute geschlossen wird, wäre ein Erfolg für alle Beteiligten, aber vor allem für Wolodymyr Selenskyj."
Vassili Golod, freier Journalist

Deutschland und Frankreich sind Vermittler bei diesem Treffen in Paris. Für Angela Merkel und Emmanuel Macron kann es zu einem Balanceakt werden, sagt Vassili Golod. Die Ukraine wünsche sich Solidarität und, dass Europa nicht vergesse, dass auf europäischem Boden ein Krieg herrscht. Auf russischer Seite wünsche man sich, dass die Sanktionen gelockert werden. Deutschland und Frankreich stehen für europäische Werte, gleichzeitig haben sie Interesse an guten wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland.