Wenn wir zocken, dann machen wir das heute vor allem am Smartphone. Die mobilen Geräte sind zur beliebtesten Spieleplattform geworden, sagt eine neue Umfrage. Der Gaming-PC oder -Laptop hat an Bedeutung eingebüßt.

18,6 Millionen Menschen in Deutschland spielen regelmäßig auf dem Smartphone – das ist jeder vierte bis fünfte, der hier gemeldet ist. Das hat eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung ermittelt. hat nach eigener Aussage Umfrageteilnehmer gefragt, ob sie in den vergangenen sechs Monaten auf dem Smartphone gespielt haben.

"Jeder vierte bis fünfte Mensch in Deutschland zockt regelmäßig auf dem Smartphone."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Schon im Vorjahr 2017 waren Smartphones erstmals zur beliebtesten Gaming-Plattform geworden. Der Abstand zu den PC ist bei der neuen Erhebung jetzt aber noch mal deutlich angestiegen:

  • Die Zahl der Smartphone-Gamer ist um etwa 400.000 gestiegen
  • Die Zahl der PC-Gamer ist um fast vier Millionen gesunken
"Der PC als die Institution fürs Zocken – das war früher."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Der PC wird also nicht nur als Alltagsgerät, auf dem sich mal schnell eben etwas nachschauen lässt, unwichtiger – hier läuft ihm das Smartphone schon seit Jahren den Rang ab – sondern eben auch als Gaming-Institution.

Gründe fürs Smartphone-Daddeln

Dafür, dass das Spielen auf dem Smartphone immer angesagter wird, gibt es verschiedene Gründe, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler.

  1. Fast alle haben ihr Smartphone ständig zur Hand
  2. Nahezu alle sind inzwischen leistungsfähig genug für (auch speicherintensive) Spiele
  3. Das Angebot an sehr guten Spielen fürs Smartphone steigt und steigt

Das beliebteste Spiel ist das Strategiespiel Minecraft, außerdem sogenannte "Hyper Casual Games", kurze Spiele mit einer sehr geringen Einstiegshürde. Dieses Konzept passt natürlich ideal aufs Smartphone.

Geld verdienen mit Mobile Gaming

Die Finanzierungsmodelle sind verschieden, erklärt Konstantin Köhler. Für manche Spiele müsst ihr schlicht und einfach bezahlen – für Minecraft zum Beispiel 7 Euro. Andere Spiele erzielen Einnahmen über Werbung. Das kann durchaus nerven: 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung. Das meiste Geld, das Nutzerinnen und Nutzer für Smartphone-Games ausgegeben, kommt aber in Form von In-App-Käufen zusammen, wie das Marktforschungsunternehmen App Annie ermittelt hat. Zunächst ist ein Game kostenlos – doch wer alle Funktionen freischalten möchte oder einen bestimmten Charakter oder eine Waffe haben will, der muss diese innerhalb des Spiels kaufen.

Übrigens – auch das sagt die Umfrage: Spielekonsolen wie Xbox oder Playstation sind ebenfalls beliebter geworden. Das Interesse am "richtigen" Zocken mit perfekter Grafik, großem Bildschirm und sattem Sound scheint also nach wie vor vorhanden zu sein.