Seit das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei in Kraft ist, kommen wieder syrische Flüchtlinge nach Deutschland. Forscher der Uni Münster haben jetzt Syrer, die schon lange in Deutschland leben, befragt. Danach finden zwei Drittel mehr Integration wichtig.

Wissenschaftler der Uni Münster haben 500 Menschen befragt, die aus Syrien stammen und schon länger in Deutschland leben. Im Schnitt waren die Befragten 20 Jahre. Viele von ihnen sind schon seit 40 Jahren im Land. Einige sind erst seit einem Jahr hier. Jeder Fünfte ist in Deutschland geboren und die Hälfte der Befragten hat die deutsche Staatsbürgerschaft.

Mehr Maßnahmen zur Integration

Zwei Drittel der deutschen Syrer stimmen der Kanzlerin zu und sagen: Wir schaffen das mit den Flüchtlingen. Fast genauso viele der Syrer, die schon länger hier leben, sagen aber auch: Wir brauchen noch mehr Maßnahmen zur Integration.

"Eine Unschärfe muss man aber natürlich immer einkalkulieren, dass also Menschen das antworten, was sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird"
Detlef Pollack Leiter der Studie an der Uni Münster

Die Ängste der befragten Syrer sind offenbar dieselben, wie unter den deutschstämmigen Deutschen. Besonders, dass unter den Flüchtenden, auch Terroristen sein könnten. Das können sich immerhin 45 Prozent vorstellen. Mehr als 70 Prozent der Befragten glaubten übrigens, dass die meisten syrischen Flüchtlinge wieder nach Hause zurückkehren, wenn der Bürgerkrieg zu Ende ist.

"Spannend ist, dass sich auch die Hälfte der Befragten für eine Obergrenze für Flüchtlinge ausspricht. Also auch hier: ein Abbild der Mehrheitsgesellschaft."
Detlef Pollack Leiter der Studie an der Uni Münster
  • Uni Münster | Hälfte der in Deutschland lebenden Syrer für Obergrenzen