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Schätzungsweise 1,6 Millionen Tonnen alter Kriegsmunition liegen auf dem Meeresgrund der deutschen Nord- und Ostsee. Sie sind eine Gefahr für die Umwelt und auch für uns Menschen. Ein Forschungsprojekt des Deutschen Schifffahrtsmuseums untersucht, wie schädlich und gefährlich genau der alte Sprengstoff ist.

Um sich eine bessere Vorstellung zu machen, wie viel 1.6 Millionen Tonnen sind, hat unsere Reporterin Ilka Knigge umgerechnet und kommt auf ein Gewicht von circa 160 Eiffeltürmen. Das ist die Menge an alter Munition, die auf dem deutschen Meeresboden liegen. Etwa 300.000 Tonnen davon liegen in der Ostsee, der Rest in der Nordsee, sagt der Maritimarchäologe Philipp Grassel.

Munition wurde einfach ins Meer gekippt

Die Munition stammt aus den Weltkriegen. In der Nordsee liegen Hunderte Schiffs- und Flugzeugwracks auf dem Grund. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde außerdem massenhaft Munition einfach in das Meer gekippt. Damals waren die Schutzvorschriften noch nicht so streng. Neben konventioneller Munition gelangten dabei auch chemische Kampfstoffe ins Wasser, zum Beispiel Gas.

"Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wirklich massenhaft Munition einfach ins Meer gekippt. Neben konventioneller Munition auch chemische, zum Beispiel Gas. Und die kann eben Giftstoffe abgeben."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk Nova

Für die Umwelt, Pflanzen, Tiere und Menschen ist das ein Problem. Die Munition kann Giftstoffe abgeben, Teile rosten. Oder sie werden von Pflanzen zersetzt, die auf den Wracks und auf der Munition leben und Stoffe weitertragen können – TNT zum Beispiel oder weißer Phosphor.

Giftstoffe im Wasser und in Fischen

Die genauen Auswirkungen auf die Tiere und Pflanzen untersucht ein Forschungsprojekt des Deutschen Schifffahrtsmuseums mit Forschenden aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Niederlanden und Norwegen.

Bei Untersuchungen in der Ostsee konnte bereits nachgewiesen werden, dass hier krebserregende Giftstoffe ins Wasser geraten. So wurde TNT in Wasserproben und in Fischen nachgewiesen. Das könnte auch in der Nordsee der Fall sein. Auch hier nehmen die Forschenden Proben und fangen Fische.

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Die Forschenden nutzen bei ihren Untersuchungen auch Miesmuscheln, die sie gezielt ins Wasser einsetzen. Als eine Art Wasserfilter nehmen die Muscheln auch Giftstoffe auf. Eventuelle Einlagerungen können die Forschenden dann gut nachweisen.

Eine weitere Gefahr bei der Munition geht auch vom Sprengstoff aus, der explodieren kann. Bei bestimmter Munition gibt es sogar die Vermutung, dass die Explosionsgefahr in Verbindung mit Salzwasser sogar gefährlicher ist, so unsere Reporterin.