Die Wohnung ist gefunden, der Mietvertrag unterschrieben – und dann steht der Umzug an. Weil wir Kontakte wegen der Corona-Pandemie einschränken sollen, schließt das den Freundeskreis als Helfertruppe aus. Was geht: Ein Umzugsunternehmen beauftragen. Hierauf solltet ihr achten.

Professionelle Helfer fürs Möbelschleppen bezahlen, das machen aktuell offenbar einige. Gerade für private Umzüge ist die Nachfrage bei Umzugsunternehmen während des Corona-Jahrs 2020 deutlich angestiegen, sagt Daniel Waldschik vom Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ). In manchen Regionen seien einige Unternehmen sogar völlig ausgebucht gewesen, sodass sie zeitweise keine weiteren Aufträge annehmen konnten.

Angebote verschiedener Umzugsfirmen vergleichen

Wer eine Umzugsfirma sucht, sollte genau hinschauen, beispielsweise beim schriftlichen Kostenvoranschlag: Hier lohnt es sich, besonders wachsam zu sein und darauf zu achten, welche Leistungen der Preis abdeckt.

  • Manche Umzugsunternehmen bieten einen Auf- und Abbauservice an oder fragen ab, was genau sie transportieren sollen.
  • Vom Halteverbotsschild für den Umzugswagen über den Außenlift bis hin zu Packmaterial und Montagearbeiten: Alles, was ihr bucht sollte aufgeführt sein.

Es ist also ratsam, unverbindliche Vertragsangebote von verschiedenen Unternehmen einzuholen und zu vergleichen.

Von Firmen, die mit pauschalen Angeboten werben wie "Ein LKW, drei Mann, vier Stunden für 200 Euro" rät der Bundesverband übrigens ab. Hier sei fraglich, ob Standards wie der Mindestlohn eingehalten würden.

Haftung und Zusatzversicherung

Umziehen bedeutet auch, das Möbel beschädigt werden könnten. In euren Unterlagen sollte daher deutlich stehen, wer im Schadensfall wie haftet. Nicht immer ist alles automatisch über die Umzugsfirma versichert. In manchen Fällen lohnt sich auch eine Zusatzversicherung.

Die würde Simon zum Beispiel in Zukunft abschließen: Er hat wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal ein Umzugsunternehmen beauftragt und keine gute Erfahrung gemacht. Denn beim Umzug wurden viele seiner Möbel beschädigt, aber niemand kam dafür auf.

"Nachher war fast jedes Möbelstück verkratzt. Und dann haben wir versucht, den Anbieter zu kontaktieren. Es gab ein paar wilde Diskussionen, und wir konnten alles auf 150 oder 200 Euro drücken - aber der Schaden war dann doch noch mal deutlich größer."
Simon aus Bochum über seine Erfahrung mit einem Umzugsunternhemen

Eine Hilfe kann hier das Zertifikat vom Bundesverband Möbelspedition und Logistik sein. Ist eine Umzugsfirma AMÖ-zertifiziert, erfüllt sie vom Verband gesetzte Standards. Die Umzugsunternehmen verpflichten sich dann zum Beispiel, nach einem ausführlichen Beratungsgespräch, ein detailliertes und nachvollziehbares Angebot für Kunden zu erstellen. Über das Portal des Bundesverbands könnt ihr eine zertifizierte Umzugsspeditionen in eurer Nähe finden.

Festpreis kann sich lohnen

Beim Thema Preis empfiehlt die Verbraucherzentrale, vor Vertragsabschluss einen Festpreis zu vereinbaren. Der Vorteil: Ihr wisst genau, welche Kosten auf euch zu kommen. Wer einen Stundenlohn vereinbart, könnte sich unter Umständen leicht verkalkulieren, sollte es mit dem Umzug doch länger dauern, als gedacht.