Deutschland hat jetzt zwei neue Welterbe-Stätten: Die Montanregion im Erzgebirge und das Wassermanagementsystem von Augsburg. Damit steigt die Zahl insgesamt auf 46.

Eigentlich läuft die Konferenz der Unesco in Aserbaidschans Hauptstadt Baku noch bis Mittwoch - aber einige der neuen Welterbe-Stätten sind schon bekannt, darunter auch die beiden deutschen. Neu hinzugekommen sind die Montanregion im Erzgebirge und das historische Wassermanagementsystem von Augsburg.

Das Komitee begründet seine Entscheidung für die Montanregion - die sowohl in Deutschland (Sachsen) als auch in Tschechien liegt - damit, dass die historische Bergbauregion einen universellen Wert habe und ein Meisterwerk menschlicher Kreativität darstelle. Seit über 800 Jahren wird dort Silber abgebaut.

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Das Wassersystem von Augsburg zeigt aus Sicht des Unesco-Komitees, wie der Mensch mit der Ressource Wasser nachhaltig umgehen kann. Das System ist in seinen Grundzügen im 13. Jahrhundert entwickelt worden und zieht sich durch die gesamte Altstadt.

Ab dem Jahr 1609 diente es der Stadtmetzgerei zur Kühlung des Fleischs und zur Abfallentsorgung. Heute können Besucher die Anlage an mehr als 20 Stationen besichtigen.

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Mit den zwei neuen Welterbe-Stätten hat Deutschland jetzt insgesamt 46. Jedes Jahr können neue hinzukommen. Jedes Land kann zwei Orte, Bauwerke, oder Regionen vorschlagen. Voraussetzung: Sie müssen einzigartig sein oder eine große Bedeutung für die Kultur oder Geschichte des Landes haben.

Welterbe werden: Unesco hat Kriterien-Katalog

Das Welterbe-Komitee hat zehn Kriterien festgelegt, nach denen es entscheidet - unter anderem, ob es sich um so genannte "Meisterwerke der Menschheit" handelt. Auch der Faktor Authentizität spielt eine wichtige Rolle.

Dresden hat beispielsweise den Titel Welterbe verloren. Das Elbtal war zwischen 2004 und 2009 Welterbe-Stätte. Dann wurde allerdings die Waldschlösschenbrücke gebaut, womit aus Sicht der Unesco die Einzigartigkeit des Tals zerstört worden sei. Daraufhin wurde der Titel wieder aberkannt.

Kehrseite des Titels "Welterbe"

Ohnehin kann der Titel Welterbe Fluch und Segen sein. Einerseits werden die Orte oder Regionen sehr bekannt und entwickeln sich zu Touristenmagneten, was Geld in die Kassen spült. Auf der anderen Seite sind diese Orte auch wie eingefroren, weil dort keine Modernisierungen oder Veränderungen stattfinden dürfen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung sind der Meinung, dass dieser Titel oft Einheimische verdrängt, weil Restaurants, Geschäfte oder Hotels für Touristen entstehen.

Die Wissenschaftler machen das auch an Lijiang im Südwesten Chinas fest. Die Stadt wurde 1997 in die Liste der Welterbe-Stätten aufgenommen. Seitdem seien die ursprünglichen Bewohner aus der Altstadt verdrängt worden. Aus Sicht der Forscher könnten Einheimische dort zwar mit Folklore-Aufführungen noch Geld verdienen, würden dadurch aber zu lebenden Ausstellungsstücken - und seien eben nicht mehr Bewohner der Stadt.