Einen Schönheitswettbewerb gewinnt man mit ihm auf der Straße wohl nicht, aber dafür kann er Leben retten: der Fahrradhelm. Seitdem die Radbranche boomt, wird auch die Auswahl an Helmen größer. Wir geben euch einen Überblick, auf was ihr beim Kauf achten solltet.

Wer sich einen Fahrradhelm kaufen möchte, muss nicht zwangsläufig viel Geld auf den Tisch legen: Die Stiftung Warentest hat kürzlich Helme getestet und einen Helm von Fischer für 45 Euro in der Kategorie Unfallschutz als besten Helm ausgezeichnet. Ein Modell von Decathlon für 35 Euro erhielt auch noch die Note "befriedigend". Bei billigeren Helmen muss vor allem mit Einbußen beim Komfort, Passgenauigkeit und Style rechnen.

Der Testsieger war ein Helm von Uvex, der 120 Euro gekostet hat. Dieser ist nicht nur sicher, sondern lässt sich auch individuell einstellen und ist über eine längere Strecke bequem zu tragen, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau.

Auf die Siegel achten

Ludger Vortmann vom ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Radclub, rät dazu, immer auf ein TÜV- oder GS-Siegel zu achten. Ob ein Helm mit einem Siegel ausgezeichnet ist, habe meistens nicht viel mit dem Preis zu tun. Die Preise würden eben meistens steigen, wenn man mehr Komfort und Luxus am Helm haben möchte.

"Wenn man sich einen Helm kauft, dann bitte darauf achten, dass da ein TÜV-Siegel oder GS-Siegel drauf ist, das hängt nicht immer vom Preis ab. Ab einem bestimmten Preis sind es eher Luxus-Design-Fragen."
Ludger Vortmann, Allgemeinener Deutscher Radclub

Helm individuell anpassen

Grundsätzlich empfiehlt Nico Rau auch, den Helm lieber im Laden und nicht online zu kaufen, um genau ausprobieren zu können, welcher Helm zur individuellen Kopfform passt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die Kinnriemen richtig sitzen, dabei können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Ladens helfen.

Bei der Beratung sollte man erwähnen, ob man eher selten und gemütlich fährt oder sportlich unterwegs ist. Vor allem für die Sommermonate rentiert es sich, einen Helm zu kaufen, der gut belüftet und leicht ist.

Lieber nicht Secondhand

Alles in allem sollte man bei Helmen möglichst nicht zu sparsam unterwegs sein und sich beispielsweise einen gebrauchten Helm kaufen. Dagegen spricht zum einen, dass ein Helm wirklich individuell angepasst werden sollte. Kopfformen sind eben von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Zudem verliert ein Helm während seiner Nutzungszeit immer mehr Sicherheit, sagt auch Ludger Vortmann. Kleine Haarrisse, die bei Stürzen entstehen, sind erstmal mit dem bloßen Auge nicht sichtbar.

"Natürlich kann man nach Stürzen häufig sehen, dass Styropor rausbricht oder das auch die Oberfläche von außen beschädigt ist. Aber viele Haarrisse sind nicht erkennbar."
Ludger Vortmann, Allgemeinener Deutscher Radclub

Tatsächlich hat ein Helm so etwas wie eine begrenzte Haltbarkeit. Deswegen sollte man schon im Laden innen im inneren des Modells das Produktionsdatum checken. Liegen Helme drei bis vier Jahre im Laden herum, kann die Oberfläche porös werden. Dann ist es Zeit, sie auszutauschen.

Airbag statt Helm

Wer sich optisch an einem Helm stört oder sich davon eingeengt fühlt, für den ist vielleicht der Hövding interessant. Das ist ein Airbag, den man als Kragen um den Hals trägt und der sich innerhalb von 0,1 Sekunden um den Kopf herum aufbläst, wenn man im Fallen ist. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau hat den Airbag-Helm ausprobiert und festgestellt, dass er sehr eng am Hals sitzt und daher auch kaum verrutschen kann.

Auch Tester von Stiftung Warentest und ADAC sagen, dass der Airbag sehr gut schützt, weil er einmal rund um den Kopf geht. Allerdings löst er sich nur beim Fallen aus. Bei Frontalcrashs mit einem Auto oder einer LKW-Tür kann der Airbag nicht schnell genug reagieren. Zudem kostet er 350 Euro und kann nur einmal ausgelöst werden.