Wegen einer Unfallserie 2017, bei der mehrere Kriegsschiffe zusammengestoßen und insgesamt 17 Matrosen gestorben sind, stellt die US-Marine jetzt auf analoge Technik um: Die Touchscreens der Kommandobrücken seien für die Unfälle verantwortlich.

Eine zentrale Rolle in der Unfallserie der Kriegsschiffe spielt die digitale Steueranlage der Kommandobrücke. Die ist nämlich mit mehreren Touchscreenkonsolen ausgestattet, um das Schiff so von mehreren Plätzen aus steuern zu können. Fährt links neben dem Schiff der US-Marine zum Beispiel ein weiteres Schiff, kann die Crew ihr Schiff auch von der linken Seite der Kommandozentrale aus navigieren. So könne die Crew flexibler reagieren.

Fühlbares Feedback fehlt bei Touchscreens

Das Problem: Tatsächlich zeigten die übrigen digitalen Steuerungskonsolen der Kommandobrücke nicht an, welche der Touchscreens gerade benutzt wurde und wer gerade das Schiff lenke. Es sei sogar möglich gewesen, dass zwei Konsolen gleichzeitig aktiv waren, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat. Das bedeutet: Entweder sind die eingegebenen Befehle zu stark ausgefallen oder haben sich gegenseitig aufgehoben. Das wiederum hat dazu geführt, dass die Schiffe zusammengestoßen sind, sodass es sogar zu einer Unfallserie gekommen ist.

"Wir kennen das vielleicht von Computerspielen: Ein Force-Feedback-Lenkrad oder Joystick ist nicht nur ein Fun-Faktor, damit kann man einfach kontrollierter, intuitiver steuern – gerade in Stresssituationen."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Über die Touchscreens erhalten die Offiziere kein sofort fühlbares Feedback. Daher setzt die US-Marine wieder auf mechanische Knöpfe und Hebel. Das ist vergleichbar mit einem Force-Feedback-Lenkrad bei einem Computerspiel. Die Haptik macht ein kontrolliertes und intuitives Handeln einfacher – gerade in Stresssituationen.