Zwischen Student und Professor steht in der Uni-Hierarchie der Mittelbau. Und der wird mit Zeitverträgen abgespeist und fliegt nach zwölf Jahren raus.

Eigentlich macht Sören Philipps alles richtig. Der 43-jährige Historiker mag seinen Beruf: "Ich forsche gern, ich lasse mich gern von meinen Studenten überraschen." Und er hat seine Dissertation im Fach Geschichte mit "summa cum laude" abgeschlossen. Trotzdem ist er seit Anfang Januar arbeitslos. Warum? Laut Wissenschaftszeitvertragsgesetz können wissenschaftliche Mitarbeiter nur zwölf Jahre lang befristet beschäftigt werden. Und feste Stellen gibt es nur für Professoren. Wer es also nicht rechtzeitig auf einer der wenigen Professorenstellen schafft, fliegt raus oder kann nur noch als kaum bezahlte Honorarkraft arbeiten.

In sechs Jahren 14 Zeitverträge

Sören Philipps hatte in den letzen zwölf Jahren befristete Jobs an deutschen Hochschulen, allein an der Uni Hannover waren es seit 2008 14 verschiedene Zeitverträge. In Deutschland gibt es rund 160.000 wissenschaftliche Mitarbeiter, die meisten von ihnen haben Zeitverträge. "Es muss auch feste Stellen für den Mittelbau geben", sagt Philipps. Also für die Uni-Mitarbeiter, die keine Professoren sind. Die Bundesregierung will sich der Sache annehmen - vielleicht zu spät für Sören Philipps, er bewirbt sich gerade unter anderem im Ausland.

"Wir haben kein Öl, wir haben nur kluge Köpfe. Und die müssen davon leben können, was sie machen."
Sören Philipps, Historiker