Digitale Kommunikation ohne Emojis ist unvorstellbar. Ohne sie wären unsere 40 Milliarden WhatsApp-Nachrichten am Tag nicht viel wert. Ein Konsortium sorgt dafür, dass die Welt der Emojis mit uns Schritt hält. Vielleicht gibt es bald den Selfie-Arm.

Frauen nutzen Emojis intensiver als Männer für ihre Kommunikation. Das ist das Ergebnis eines wissenschaftlichen Experiments, das der US-Psychologe Chad Tossell an Studenten durchgeführt hat. Am Ende des Versuchs haben Frauen im Schnitt 442 Emoticons und Männer 241 verschickt.

Nur ein Grund mehr für eine Gruppe von Google-Mitarbeitern, 13 neue Emojis vorzuschlagen, die Frauen in repräsentativen Berufen wie Ärztin, Professorin oder Software-Entwicklerin zeigen, damit das weibliche Geschlecht in Zeiten symbolträchtiger Kommunikation endlich gleichberechtigt dargestellt werden.

"Emojis gehen oft mit der Zeit. Vor kurzem kam zum Beispiel auch eine neue Familienform dazu. Vater, Vater, Kind.“
Matthis Dierkes, DRadio Wissen

Über solche Vorschläge von Emojis entscheidet alljährlich das Unicode Consortium mit Sitz in Mountain View, Kalifornien. Die gemeinnützige Organisation betreut den internationalen Standard für Schriftzeichen und für Symbole wie die Emojis. Der wurde eingeführt, damit wir uns per Computer auf der ganzen Welt miteinander verständigen können.

Und weil der Unicode natürlich extrem wichtig geworden ist, sind mittlerweile die größtem Softwareunternehmen wie Apple, Microsoft und Google daran beteiligt.

Vielleicht versenden wir bald das Selfie-Emoji

Dieses Jahr beratschlagen die Mitglieder des Unicode Consortiums über 79 Emojis, den Sprung auf unsere Smartphones und Tablets schaffen wollen. Insgesamt machen Emojis aber nur einen Prozent des gesamten Schriftzeichensatzes aus und bisher sind in der Datenbank des Unicode 1624 verzeichnet.

Ein potentieller Kandidat ist das Emoji "rolling on the floor laughing", kurz ROFL, also sich vor Lachen auf dem Boden wälzen, das es bisher tatsächlich noch nicht gibt. Andere vielversprechende Vorschläge sind das "lying face" mit Pinocchio-Nase oder "selfie", ein angewinkelter Arm mit Smartphone in der Hand.