Wer geht wo? Die WC-Geschlechter-Debatte gibt es in Deutschland nicht so wie in den USA. Dort diskriminiert North Carolinas "Toiletten-Gesetz" Transgender-Personen. Wäre nicht alles einfacher, gäbe es beim WC keine Unterteilung mehr in Mann und Frau?

Die Schweden legen vor in Sachen Unisex-Klos. Aber auch in Deutschland sind sie gar nicht mehr so selten. In Hamburg steht seit Januar 2016 eine öffentliche Unisex-Anlage. Mann und Frau gehen gemeinsam rein, dann gibt es WC-Kabinen für alle und auf der einen Seite separate WC-Urinale. Dass es hier unisex zugeht, wird schon von außen mit einem etwas anderen Symbol gezeigt. Mann und Frau sind hier eine Person - nur in der Längsachse geteilt.

Klare gesetzliche Bestimmungen, sagt Burkhard Strunk von der Betreiberfirma, gibt es für Unisex-Klos nicht. Aber andere Dinge müssten beachtet werden: Etwa komplett geschlossene Kabinensysteme, die abschließbar und weder unten, noch oben offen sind. "Damit für Privatsphäre und Sicherheitsempfinden gesorgt ist", sagt Burkard Strunk.

Privatsphäre und Sicherheit

Negative Erfahrungen gibt es laut dem Betreiber nicht. Sowohl Männern als auch Frauen ist offenbar egal, wer in der Kabine nebenan sitzt. "Es ist allerdings auch eine sehr helle Anlage", sagt Burkhard Strunk. Am Eingang passt zudem ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin auf. Auch die Angst vorm "dreckigen Männerklo" hält er für einen Mythos. Frauen und Männer machten eher gleich viel Dreck, sagt er. Das Problem sei eher, dass es bei Herrentoiletten offene Urinale gibt, an denen der Besucher vorbei muss. Daher hat der Betreiber das Urinal separat angeordnet. Hier guckt den Urinalbenutzern niemand über die Schulter.

"Wir haben die Erfahrung, dass sowohl auf der Damen- als auch auf der Männerseite die Verschmutzung durchaus gleich ist."
Burkhard Strunk, arbeitet für den Betreiber einer Unisex-WC-Anlage

Eine barrierefrei eingerichtete Toilette gibt es in der Anlage natürlich auch. Ohnehin sind Toiletten für Rollstuhlfahrer meist Toiletten ohne Geschlechterzuordnung. Und auch für die meisten WCs im Zug oder an öffentlichen Plätzen gilt: Eigentlich sind das immer Unisex-Toiletten - nur dass es hier oft nur eine Toilette gibt.

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