Firmeninterne Compliance-Abteilungen ermitteln gegen die eigenen Mitarbeiter und Führungskräfte. Unterstützt werden sie im Kampf gegen Korruption, Bestechung oder Betrugsdelikte von externen Ermittlern.

Was früher verpönt war, ist in vielen Ländern bereits Vorschrift: Die Einrichtung von firmeneigenen Compliance-Abteilungen, die interne Betrügereien und Korruptionsdelikte ermitteln. Viele Vergehen werden dank interner Whistleblower aufgedeckt. Bei international operierenden Unternehmen, kann das auch bei einer Tochterfirma im Ausland sein. Für schwierige Ermittlungen im Ausland, bei umfangreichen Korruptionsdelikten oder bei Produktpiraterie greifen Unternehmen zusätzlich auf externe Ermittler zurück.

Ermittler gegen Korruption und Produktpiraterie

Jörn Weber ist so ein Ermittler, der für die Unternehmenssicherheit engagiert wird. Er klärt zunächst den Sachverhalt, ob der Hinweis des Whistleblowers berechtigt ist oder ob nur ein Mitarbeiter dem anderen schaden möchte. Jörn Weber späht die potentielle Netzwerke des beschuldigten Mitarbeiters aus, führt eine Cyberinvestigation im Netz durch und unterzieht die Daten einer forensischen Analyse.

Produktpiraterie auf der Spur

Im Falle von Produktpiraterie durchstreift Jörn Weber Floh- und Trödelmärkte und recherchiert Online-Anbieter. Denn die Plagiate werden zwar häufig im ostasiatischen Raum produziert, die Gewinne werden aber in Europa erzielt, denn hier befindet sich der Markt für die Produkte.

"Wir versuchen die Distributionskette aufzudecken, das heißt wir suchen die Verkäufer, die größere Mengen anbieten und vor allem deren Quellen."
Jörn Weber, Experte für Unternehmenssicherheit

Als ehemaliger Kriminalbeamter weiß Jörn Weber, wie er die Delikte für die Polizeibehörden aufbereiten muss. Meist geht er auf die Händler zu und konfrontiert sie mit seinen Ermittlungsergebnissen. Ihnen bleibt dann noch die Chance, mit einer Zusammenarbeit das Problem zu verringern.

Schäden in Milliardenhöhe

Jahr für Jahr entstehen den Unternehmen finanzielle Schäden
durch kriminelle Machenschaften der eigenen Mitarbeiter oder des Managements. Allein für 2013 beziffert das Bundeskriminalamt den Schaden auf 3,8 Milliarden Euro.