Für die Integration ist es wichtig, dass Flüchtlinge arbeiten dürfen. Eine Initiative hat ein Netzwerk aus 1.100 Firmen aufgebaut. Vor allem Deutsch zu lernen ist besonders wichtig, um im Berufsalltag zurechtzukommen.

1,1 Millionen Flüchtlinge leben in Deutschland. Die Hälfte davon ist unter 25 Jahren alt. Nur 34.000 der Asylsuchenden haben bereits eine Arbeit gefunden. Je nach Aufenthaltstitel dürfen sie keiner Beschäftigung nachgehen. Manchen fehlen auch einfach die Deutschkenntnisse. Anderen fehlt noch der Nachweis, dass sie für bestimmte Berufe qualifiziert sind.

"Die ganzen Prozesse in den Behörden sind nie darauf ausgelegt worden, sehr viele Geflüchtete durchs System durchzubekommen."

All das nimmt Zeit in Anspruch. Und auch die Regelungen sind nicht eindeutig. Firmen melden zurück, dass Behörden je nach Ermessen sehr unterschiedliche Entscheidungen treffen können, sagt Max Klasen vom Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge. Finanziert wird die Initiative hauptsächlich vom Bundeswirtschaftsministerium.

Die wichtigste Hürde ist das Lernen der Sprache. Eine Elektronikfirma in Münster hat dieses Problem so gelöst, dass zur Einstiegsqualifizierung, die die Arbeitsagenturen anbieten, automatisch ein Sprachkurs dazugehört. Dort lernen die Auszubildenden und Jobanfänger auch die wichtigsten Fachworte, die sie für den Berufsalltag benötigen.

"300 Unternehmen aus dem Netzwerk haben 2.500 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Mehrheitlich Praktika, aber auch mehrere Hundert Ausbildungs- und Fachkraftsstellen."

Die Initiative bietet den Firmen auch Unterstützung dabei, herauszufinden, ob ein Bewerber arbeiten darf oder wie er eine Arbeitsgenehmigung erhalten kann. Viele Unternehmen haben keinen Überblick über die unterschiedlichen Aufenthaltstitel, die vergeben werden. Auch sind die Mitarbeiter in kleineren Firmen nicht so geschult, was arbeitsrechtliche Regelungen im Bezug auf Flüchtlinge angeht. Die Initiative bietet Links, Downloads und Grafiken an, um Unternehmen zu helfen, einen schnellen Überblick zu bekommen.