Im Spiel "Urban Empire" startet ihr als Bürgermeister und müsst euch um eine Stadt kümmern. Dabei kann es passieren, dass Kommunisten und Nazis zusammen regieren.

Bei "Urban Empire" von Kalypso sind die Spieler keine allmächtigen Weltherrscher. Sie fangen klein an. Als Bürgermeister im Jahr 1820 müssen wir wie im Klassiker "Sim City" Stück für Stück Stadtviertel aufbauen, Straßen bauen, Strom- und Wasserversorgung sicherstellen und so weiter. Von der industriellen Revolution bis zur Moderne. Das Ziel ist es, eine florierende Stadt zu regieren - und natürlich wiedergewählt zu werden.

"Du kannst eine Wahl nicht gewinnen, ohne harte und unpopuläre Entscheidungen zu treffen."
Stimme aus dem Trailer zu "Urban Empire"

Wir betrauen jemanden vom Fach damit, dieses Politikspiel einmal auszuprobieren. Sven Krumbeck, 27 Jahre, aus Kiel, ist Mitglied des Landtages für die Piratenfraktion und spielt "Urban Empire" für uns. Ein Mann mit Politikerfahrung aus dem echten Leben - er kennt das Business. Ihm trauen wir zu, eine hervorragende Gesellschaft aufzubauen.

Tatsächlich: Er baut Straßen, fördert die Wirtschaft, die auch floriert - bis die 1920er-Jahre anbrechen. Dann macht ihm die Geschichte einen Strich durch die Rechnung. Die Wirtschaftskrise macht alles kaputt.

"Um die Wirtschaft anzukurbeln, hätte ich die Steuern senken können. Aber das hat meine sozialistische Partei nicht mitgemacht."
Sven Krumbeck von den Piraten über seine Erfahrungen mit "Urban Empire"

Der Landtagsabgeordnete Sven Krumbeck scheitert am Ende im Spiel. Zwar ist er bei den Fraktionen beliebt, aber er kann den riesigen Schuldenberg nicht abbauen. Als er komplett handlungsunfähig ist, verliert Sven Krumbeck die Lust an seiner Stadt - und fängt von vorne an.

Anders als in den meisten Computerspielen ist der Spieler in "Urban Empire" nicht der allmächtige Superheld. Ohne den Stadtrat darf er nicht einmal einen Laternenpfahl aufstellen. Er muss mit den Fraktionen verhandeln, ganz wie in der echten Politik. Er kann sie aber auch bedrohen, ausspionieren oder erpressen.

"Zwar bin ich im Landtag noch nie bedroht oder erpresst worden, aber Drohgebärden kommen schon mal vor. Sowas wie: Sie sind eine Schande für das Haus."
Sven Krumbeck von den Piraten über den Unterschied zwischen echter Politik und "Urban Empire"

Sven Krumbeck, ganz links im Bild.