Gegen die Macher der Streaming-Plattform Kinox.to wurde eine Razzia durchgeführt, nach zwei Betreibern der Seite wird noch gefahndet. Ob auch Nutzern Strafverfolgung droht, darüber herrscht unter Juristen Uneinigkeit.

Insgesamt sechs Wohnungen und Geschäftsräume in vier Bundesländern hat die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Wochenende im Zuge einer Razzia gegen die Streaming-Plattform Kinox.to durchsucht. Zwei Betreiber der Website, zwei Brüder im Alter von 21 und 25 Jahren, seien noch auf der Flucht, berichtet Netzautor Sebastian Sonntag - die beiden sollen neben Kinox.to auch Filesharing-Plattformen wie Freakshare oder Bitshare betrieben haben und möglicherweise auch hinter der Streaming-Site Movie4k.to und den Filesharing-Foren Boerse.sx und Mygully.com stecken. Ihnen droht eine Gefängnisstrafe - auch weil sie Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben sollen.

Unterschiedliche Rechtsauffassungen

Ob auch den Nutzern von Kinox.to Strafverfolgung droht, darüber herrscht in Expertenkreisen Uneinigkeit, berichtet Sebastian. Laut Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen ist bereits das Streamen von urheberrechtlich geschützten Filmen und Serien illegal - der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke vertritt eine andere Ansicht.

"Ich selbst vertrete die Auffassung, dass - solange keine Kopie angefertigt wird - das Konsumieren solcher Filme legal ist. Aber Juristen sind sich in dieser Frage derzeit noch uneins."
Christian Solmecke, Medienanwalt

Rat vom Fachmann: Finger weg!

Wer allerdings urheberrechtlich geschützte Filme, Serien, Musik oder E-Books auf Filesharing-Plattformen wie Freakshare oder Bitshare herunterlädt, mache sich auf jeden Fall strafbar, erklärt unser Netzautor Sebastian Sonntag - und die Rechteinhaber könnten zusätzlich auch noch Schadenersatz fordern. Überraschend sei, dass die Website Kinox.to immer noch erreichbar ist. Sebastian rät: Finger weg.

"Vielleicht wurden die Server bereits von der Polizei übernommen und die Seite dient den Behörden jetzt als Lockmittel für Nutzer, die illegal urheberrechtlich geschützte Filme und Serien im Netz streamen."
DRadio-Wissen-Netzautor Sebastian Sonntag

Die Vorgängerseite von Kinox.to - Kino.to - wurde bereits 2011 vom Netz genommen und deren Betreiber verhaftet.