Bei einem "Hillarious" oder einem "Trumpet" wird in einer Bar in Paris wöchentlich abgestimmt. Das funktioniert fast so zuverlässig wie ein Orakel.

In Harry’s New York Bar stoßen Gäste auf Hillary Clinton an. Sie hat die Präsidentschaftswahl so gut wie gewonnen - zumindest in der Bar, die sich selbst "die älteste Cocktailbar Europas" nennt. Die Bar nahe der alten Pariser Oper lässt ihre amerikanischen Gäste seit mehr als 90 Jahren über den künftigen US-Präsidenten abstimmen. Das Ergebnis wird auf einer Glastafel über der Theke aus dunklem Holz notiert.

Ausgezählt wird in Harry’s Bar wöchentlich

Der 27-jährige Besitzer heißt Franz-Arthur MacElhone. Sein Urgroßvater Harry hat 1924 dieses "Strohvotum" eingeführt. Damals gab es noch keine Briefwahl. Die Exil-Amerikaner konnten in Paris nicht wählen, deshalb hatte Urgroßvater Harry die Idee mit der Wahl in seiner Bar.

Bisher hat das "Straw Vote" noch immer das Ergebnis der US-Wahl zuverlässig vorhergesagt. Denn nur Amerikaner - vor der Stimmabgabe werden die Pässe kontrolliert - dürfen sich beteiligen und ihre Stimme in die Wahlurne stecken. Das ist eine weiß gestrichene Whiskykiste mit der Aufschrift "Harry’s Bar - Straw Vote".

Kandidatencocktails "Hillarious" und "Trumpet"

Und noch etwas hat Tradition in der Harry’s New York Bar: Jeder Präsidentschaftskandidat bekommt einen eigenen Cocktail. In diesem Jahr von Barkeeper Steven kreiert. Der "Hillarious" frei übersetzt mit "urkomisch" ist eine starke Kleinigkeit aus Kirschlikör, Whisky und Wermut und wird in einem Martiniglas serviert. Der "Trumpet“ - eine Anspielung darauf, dass Trump alles hinaustrompetet, enthält Limetten, Rum, Basilikum und Chillisirup.