2020 wählen die US-Bürgerinnen und Bürger einen neuen Präsidenten. Aber erst einmal müssen die Demokraten und Republikaner klären, wer gegen wen antreten soll. US-Präsident Donald Trump hat bekannt gegeben, dass er für die Republikaner wieder antreten will. Ansonsten nichts Neues: Trump beschimpft seine Gegner und packt alte Floskeln aus, so Philipp May, unser Korrespondent in Washington.

20.000 Menschen kamen in Orlando in Florida zusammen, um Donald Trump zu feiern. "Es war ein Jubelmeer", sagt Philipp May.

Viel Neues gab es ansonsten nicht von Trump, so Philipp May. Die Themen waren nicht überraschend, ebenso wenig, dass der Republikaner wieder gegen alle austeilte. "Teils hatte ich das Gefühl, ich wäre in den Wahlkampf vor 2016 zurückgebeamt worden", sagt Philipp May.

"Es war eine wüste Suada aus Attacken gegen alle Gegner des Trump-Kosmos."
Philipp May, Deutschlandfunk-Korrespondent in Washington

Trump hat auch wieder Hillary Clinton beschimpft, die 2016 gegen ihn angetreten war. Die Demokratin Clinton spielt diesmal aber gar keine Rolle, Trump hat sie dennoch ins Visier genommen. Dabei bemüht Trump wieder die alte Floskeln wie zum Beispiel, dass er den "politischen Sumpf" trocken legen werde.

Demonstranten in Florida halten Schilder hoch. Sie protestieren gegen die erneute Kandidatur Donald Trumps für das Präsidentenamt.
© Imago | Agencia EFE
Rund 3000 Menschen haben sich in Orlando versammelt, um gegen Trump zu demonstrieren.

Dass Trump seine zweite Kandidatur im Bundesstaat Florida ankündigt hat, war kein Zufall. Florida ist einer der entscheidenden Swing-States. Diese Bundesstaaten sind heiß umkämpft: Denn mal gewinnen die Demokraten, mal die Republikaner. Für eine weitere Amtszeit müsste Trump Florida für sich gewinnen.

Die demokratischen Bewerber liegen vor Trump

Doch in Umfragen ist die Zustimmung für Trump zurzeit nicht überzeugend. "Das sorgt für Unruhe im Trump-Lager", sagt Philipp May. In den Swing-States liegen die demokratischen Bewerber deutlich vor Trump. Das zeigen auch Umfragen im Auftrag der Republikaner.

Vor allem Joe Biden, einer der Favoriten bei den Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur, liegt in den Umfragen teils klar vor Trump. Im Moment ist also fraglich, ob Trump mit der Mobilisierung des eigenen Lagers und seiner extremen Polarisierung und Lagerbildung wieder gewinnen kann. Anders als 2016 könnten diesmal mehr Wechselwähler zur Wahl gehen, um Trump vermeiden zu wollen.

Die Demokraten müssen sich überlegen, wie sie diesmal auf Trump und seine Attacken reagieren. Der Auftakt in Florida zeigt, dass es wieder schmutzig wird.

"Der Wahlkampf wird richtig, richtig schmutzig. Der Auftakt lässt das Schlimmste befürchten."
Philipp May, Deutschlandfunk-Korrespondent in Washington

Es wäre den Demokraten zu raten, wenn sie sich nicht auf das Niveau von Trump herunterziehen lassen, so Philipp May. Hillary Clinton war das in ihrem Wahlkampf nicht immer gelungen. Sie hatte die Anhänger von Trump als "beklagenswerte Geschöpfe" bezeichnet. "Das hat ihr damals ziemlich geschadet", sagt Philipp May.