"Eskimo", "Oriental" und "Negro": Jahrzehnte nach der Bürgerrechtsbewegung in den USA stehen diese Formulierungen noch immer in einigen Gesetzestexten. Das soll sich jetzt ändern - zu Gunsten der politisch korrekten Ausdrucksweise.

"Eskimo", "Oriental" und "Negro" sind Begriffe, die die betroffenen Menschen in der Regel weniger gern hören - vor allem, weil sie mit jahrzehntelanger Ausgrenzung verbunden werden. Grace Meng, Demokratin im US-Repräsentantenhaus, will diese Begriffe jetzt ändern.

Die neue Gesetzesfassung

  • aus "Negro" wird "African American"
  • aus "American Indian" wird "Native American"
  • aus "Eskimo" wird "Alaska Native"

Zudem sollen in den neuen Gesetzesfassungen in Zukunft die Begriffe "Hispanics", "Asian Americans", "Native Hawaiians" und "Pacific Islanders" verwendet werden. Nach und nach sollen in den USA sämtliche Gesetzestexte mit den neuen Begriffen modernisiert werden. Darüber sind sich übrigens auch alle US-Parlamentarier einig, obwohl die ja auch gerne mal zerstritten sind.

Der Begriff "Rasse" in deutschen Gesetzestexten

In Deutschland gibt es auch noch Gesetze, in denen Begriffe wie "Rasse" verwendet werden. Dabei handelt es sind nicht etwa um alte Paragrafen aus der Nazizeit, sondern um Gesetze, die sich dem Schutz von Minderheiten widmen. Hendrik Cremer vom Institut für Menschenrechte kennt sich damit aus: "Im Grundgesetz, im zentralen Artikel 3, aber auch im allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist der Begriff 'Rasse' enthalten, und man findet auch Terminologien wie 'rassische Gruppe' im Strafgesetzbuch, im Paragrafen 130 des Strafgesetzbuchs."

Gesetzestexte müssten sich auf die Straftat beziehen

Der Begriff "Rasse" sei aus internationalen Verträgen falsch übersetzt worden, erklärt Hendrik Cremer die Entstehungsgeschichte. Im anglo-amerikanischen Bereich beschreibt "race" ein soziales Konstrukt. In Deutschland suggeriert das Wort "Rasse" noch, dass es sich um die biologische Rasse handelt, sagt Hendrik Cremer. Er schlägt vor, dass sich der Gesetzestext auf die Straftat beziehen müsste. "Es würde darauf hinauslaufen, dass man davon spricht, dass rassistisch motivierte Straftaten zu untersagen sind."

Deutschland im Vergleich weit hinten

Hendrik Cremer hat zu dieser Debatte schon Landesparlamente beraten: In Brandenburg wurde das Wort "Rasse" daraufhin aus der Verfassung gestrichen. In Berlin oder Niedersachsen hat genau das nicht geklappt. Damit steht Deutschland im internationalen Vergleich ziemlich schlecht da: Finnland hat gar keine Rassismen mehr im Gesetz, und auch in Österreich wurden solche Passagen getilgt.