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Schon bei Amtsantritt hat US-Präsident Donald Trump angeordnet, dass keine Bundesflächen mehr an Offshore-Windprojekte vergeben werden sollen. Stattdessen fördert die Trump-Regierung fossile Energien. So will Trump die Energiewende abwürgen.

US-Präsident Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er Klimaschutz und erneuerbare Energien für falsch hält. Er setzt alles daran, den Ausbau bei den erneuerbaren Energiequellen auszubremsen – auch mit falschen Behauptungen wie "Windräder machen Wale verrückt" und "sind nicht umweltfreundlich".

Mit dem Dekret "Unleash American Energy" will der US-Präsident vor allem die fossilen Energiequellen "entfesseln" und hat nach der Regierungsübernahme Fördermittel in Höhe von 300 Milliarden Dollar für erneuerbare Energie gestoppt. Im Jahr 2026 hat die Trump-Regierung sogar begonnen, Firmen Geld zu geben, wenn sie auf US-Offshore-Windpachtverträge verzichten.

"Die Trump-Administration versucht wirklich alles, um irgendwie den Klimaschutz auszubremsen."
Niklas Höhne, NewClimate Institute

Alle klimapolitischen Maßnahmen, die die Biden-Regierung zuvor umgesetzt hatte, wurden von der Trump-Regierung ersatzlos gestrichen, sagt Niklas Höhne vom NewClimate Institute, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation. Jetzt sei die US-Regierung sogar dazu übergegangen, den Ausbau bei den erneuerbaren Energiequellen aktiv zu behindern. "Das ist eine ganz neue Situation, das gab es vorher nicht", so der Klimawissenschaftler.

Windpark-Betreiber klagen gegen Lizenzentzug

Zu den Gegenmaßnahmen der Trump-Regierung gehört zum Beispiel, dass schon fertig gebauten Windparks die Lizenz entzogen wurde. Die Betreiber haben erfolgreich dagegen geklagt. Damit ist aber eine Unsicherheit von Seiten der Regierung gesät, die für Entwickler und Investoren im Bereich der erneuerbaren Energien schlecht ist, sagt Niklas Höhne.

"Wirklich aufhalten kann er diese Transformation nicht, denn auch in den USA ist das einfach die günstigste Energieform."
Niklas Höhne, NewClimate Institute

Die gute Nachricht: "Stoppen kann Trump die Transformation nicht", sagt der Wissenschaftler. Zwar könne seine Regierung das Tempo mit ihren Gegenmaßnahmen verlangsamen, aber die Energiewende sei nicht mehr aufzuhalten. Der Grund: Wind- und Solarenergie seien auch in den USA die günstigsten Energiequellen. Und: "Die Projekt-Pipeline für Wind ist so hoch wie nie. Auch Sonne wird in einem Rekordtempo ausgebaut."

Steigender Strombedarf und hohe Energiekosten treiben grüne Transformation an

Der Ausbau wird sich auch deshalb nicht zurückdrängen lassen, weil der Strombedarf in den USA in den letzten Jahren ungefähr um ein Prozent im Jahr gestiegen ist, sagt Niklas Höhne. Inzwischen sei er aber bei drei Prozent pro Jahr - vor allem wegen der Rechenzentren, die für die KI-Modelle einen höheren Strombedarf hätten.

Der Vorteil der erneuerbaren Energiequellen gegenüber den fossilen sei, dass sie viel schneller ausgebaut werden könnten. "Man kann relativ schnell Solarpanele oder Windparks aufbauen", sagt Niklas Höhne, Solarenergie habe die "schnellsten Wachstumsraten überhaupt". Bei konventionellen Kraftwerken dauere der Ausbau viel länger. Deshalb gehe bei den Erneuerbaren der Ausbau weiter.

Staaten suchen günstigere Alternativen

Zudem erfahre der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen einen Schub durch den Krieg der USA gegen den Iran. Seit der kriegerischen Auseinandersetzung sind die Preise für fossile Energieträger wie Öl und Gas in die Höhe geschossen – auch in den USA.

"Jetzt haben wirklich alle verstanden: Sich abhängig zu machen von fossilen Energien, ist keine gute Idee", sagt der Co-Gründer des NewClimate Institute. Weltweit würden Staaten aufgrund der Energieknappheit nach Alternativen suchen.

Noch sei nicht klar, ob Staaten in Zukunft vor allem auf erneuerbare Energie und Energieeffizienz setzten oder so wie die USA weiter auf fossile Energien. Es könnte auch sein, meint Niklas Höhne, dass aufgrund der Energieknappheit und der hohen Preise neue Öl- und Gasfelder erschlossen werden, die sich zuvor nicht gelohnt hätten.

Niklas Höhne jedenfalls ist überzeugt davon, dass sich die Erneuerbaren durchsetzen werden, weil sie Jahr um Jahr günstiger werden – "und die wachsen exponentiell".

Shownotes
USA
Trump-Regierung kann Energiewende nicht aufhalten
vom 15. Mai 2026
Moderator: 
Nik Potthoff
Gesprächspartner: 
Niklas Höhne, NewClimate Institute