Ihren Namen tragen Vampirfledermäuse nicht ohne Grund. Sie ernähren sich ausschließlich von Blut. Meist Blut von Tieren, aber auch Menschen fallen ihnen zum Opfer. Gleichzeitig haben Vampirfledermäuse aber auch eine sehr soziale Ader. 

Sie kommen nachts und beißen und kratzen die Haut auf, um Blut zu trinken. Vampirfledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die sich ausschließlich von Blut ernähren. Meist nutzen sie Rinder, Pferde, Ziegen oder auch Schweine und Hühner als Wirte - manchmal aber auch Menschen. Allerdings zapfen sie nur 20 Milliliter Blut ab, was für Menschen und größere Tiere nicht schädlich ist.

Tückisch ist aber, dass die Vampirfledermäuse nachts kommen, wenn wir schlafen. Und die meisten wachen auch nicht auf, da die Fledermäuse einerseits vorsichtig vorgehen und anderseits im Speichel einen Stoff haben, der betäubend wirkt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

"Mit ihren scharfen Eck- und Schneidezähnen ritzen sie die Haut an Fingern, Zehen oder Ohren auf und lecken dann das austretende Blut auf."
Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig

Tückisch ist aber, dass die Vampirfledermäuse nachts kommen, wenn wir schlafen. Und die meisten wachen auch nicht auf, da die Fledermäuse einerseits vorsichtig vorgehen und anderseits im Speichel einen Stoff haben, der betäubend wirkt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

Vampirfledermäuse können Krankheiten übertragen

Vampirfledermäuse leben in Südamerika - vor allem in Brasilien. Dort werden sie teils auch massiv gejagt und getötet. Optisch sind sie mit sieben Zentimetern Körpergröße und einer Flügelspannweite von 40 Zentimetern zwar nicht gerade furchteinflößend - aber die Vampirfledermäuse können gefährlich werden, da sie Krankheiten übertragen können. Das größte Problem sei die Tollwut, sagt Mario Ludwig.

"Allein zwei Millionen Rinder sterben jedes Jahr durch von Vampirfledermäusen übertragene Tollwut. Und auch Menschen kommen immer wieder zu Schaden."
Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig

Im Jahr 2004 haben Vampirfledermäuse in Brasilien 22 Menschen mit Tollwut infiziert, die dann auch an den Folgen der Krankheit gestorben sind. 

Hochentwickeltes Sozialverhalten

Um auch etwas Positives über die Vampirfledermäuse zu berichten: Diese Tiere haben eine ausgeprägte und besondere soziale Ader. "Aus ihrem Blutvorrat im Magen füttern die Vampirfledermäuse auch hungernde Artgenossen der eigenen Kolonie, die beim nächtlichen Beuteflug leer ausgegangen sind", sagt Mario Ludwig. 

Das ist ein hochentwickeltes und außerdem bei Säugetieren äußerst seltenes Sozialverhalten. Für die Kolonie ist das gegenseitige Füttern - oder diese Form des Altruismus - extrem wichtig, weil Vampirfledermäuse nach zwei Nächten ohne Blut sterben würden. 

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