In der italienischen Mafia haben nicht nur Männer das Sagen: Maria Angela di Trapani etwa spielte eine zentrale Rolle in der Casa Nostra - jetzt wurde sie festgenommen. Autorin Mathilde Schwabeneder über die mächtigen Frauen der Clans.

"La padrona" - "die Herrin" - wird sie in Italien genannt. Nun ist Maria Angela Di Trapani am Dienstag (5.12.2017) in Palermo festgenommen worden. Die Ehefrau des inhaftierten Mafia-Bosses Salvino Madonia hat bereits eine siebenjährige Haftstrafe abgesessen. 2015 kam sie frei und stieg seitdem in der Mafia-Hierarchie auf. Im Jahr 2000 hatte Di Trapani für Schlagzeilen gesorgt, als sie trotz der drakonischen Haftbedingungen ihres Mannes ein Kind von ihm bekam.

"Seit etwa 25 Jahren steigt die Frauenquote in der Mafia."
Mathilde Schwabeneder, Autorin und Journalistin

Die Autorin und Journalistin Mathilde Schwabeneder erklärt, dass in den letzten Jahren oft Frauen in führende Mafia-Positionen gelangt sind, etwa weil ihre mächtigen Männer im Gefängnis saßen.

"Sie war Mittlerin zwischen den Bossen im Gefängnis und den Bossen draußen."
Mathilde Schwabeneder, Autorin und Journalistin

Frauen werden nicht offiziell in die Mafia aufgenommen, so Schwabeneder, aber, wenn sie als vertrauenswürdig gelten, können sie trotzdem machtvolle Positionen einnehmen. 

Aufgewachsen in der Mafia

Maria Angela Di Trapani ist die Tochter eines mächtigen Mafiabosses. Sie hat ihren Mann, Salvino Madonia, 1992 geheiratet - genau an dem Tag, als der tödliche Anschlag auf den bekannten Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone stattfand. Maria Angela trat faktisch in die Fußstapfen ihres Mannes, sagt Mathilde Schwabeneder, nachdem der inhaftiert war. Und sie hatte wohl die Aufgabe, den Clan neu zu organisieren.

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