Scheinbar objektiv werden Angebote im Netz auf Vergleichsportalen verglichen. Stehen wirklich die besten Angebot oben? Oder sind es nur die, an denen das Portal am meisten verdient?

Am Landgericht in München wird zum zweiten Mal darüber verhandelt, ob die Vergleichsportale nach objektiven Kriterien Angebote prüfen. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute klagt gegen check24. Die Versicherungsmakler werfen dem Portal vor, die Produkte in der Hitliste nach oben zu schieben, an denen das Portal am besten verdient.

Geschäftsmodell bestätigt

Laut Finanznachrichten hat das Gericht das Geschäftsmodell von check24 im Kern bestätigt. Das Portal erfülle grundsätzlich seine Beratungs- und Informationspflichten und schaffe konsequente Transparenz: "Damit ermöglicht es echten Kundennutzen dank hoher Beratungsqualität." Mit der Einschätzung entkräftet das Gericht die Hauptkritikpunkte des Verbands.

Kaum Transparenz

Das Geschäftsmodell beruht darauf, dass wir auf dem Portal zum Beispiel Stromanbieter vergleichen. Entscheiden wir uns für den für uns besten Anbieter über das Portal, bekommt check24 eine Abschlussprämie. DRadio-Wissen-Reporter Jörg Brunsmann kritisiert, dass nicht klar sei, wie diese Provision in die Vergleichsliste eingeht. An dieser Stelle fehle es an Transparenz. Experten schätzen, dass allein über check24 pro Jahr Verträge im Wert von fünf Milliarden Euro abgeschlossen werden.

Mehrere Portale - ein Anbieter

Verbraucherschützer kritisieren auch, dass die Portale untereinander vernetzt sind. Wer denkt, bei zwei unterschiedlichen Portalen, bekommt er unterschiedliche Vergleichslisten, täuscht sich. Oft werden mehrere Portalen von einem Anbieter betrieben. Vor allem bei Mobilfunkangeboten oder Flugreisen seien die Vergleiche alles andere als objektiv. Teilweise sind die Preise auf den Portalen höher als bei den Anbietern selbst.

Geplant ist ein Zahlungskontengesetz, nachdem die Portale offenlegen sollen, wie sie ihre Einkünfte erzielen. Jörg Brunsmann rechnet damit, dass weiter vor Gericht gestritten wird, weil genau darauf die Portalbetreiber keine Lust haben.

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