Supernervig und gefährlich: Autofahrer, die mal eben auf dem Radstreifen parken, weil sie nur schnell zum Bäcker wollen. Oder so nah an einer Kreuzung, dass Fußgänger kaum auf die andere Seite kommen. Dagegen startet jetzt eine bundesweite Aktionswoche gegen Falschparker vom 28. Mai bis zum 3. Juni 2018.

Der ökologische Verkehrsclub VCD und die Initiative Clevere Städte rufen zu Aktionen in ganz Deutschland auf, um die Gefahr durch Falschparker sichtbar zu machen. Vor allem da, wo Autofahrer in zweiter Reihe parken, zwingen sie Radfahrer zu Ausweichmanövern auf die Straße oder den Fußgängerweg, sagt Almut Gaude vom VCD. 

"Fatal ist das Falschparken an viel befahrenen Straßen oder an Ecken mit abgesenkten Bordsteinkanten. Da müssen sich Fußgänger dann durch die parkenden Autos quetschen."
Almut Gaude, Verkehrsclub Deutschland
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Das Parken auf Radwegen ist laut Straßenverkehrsordnung verboten, ebenso fünf Meter vor einer Straßenecke. Aber die Bußgelder bei Verstoß seien in Deutschland viel zu niedrig, findet Almut Gaude vom VCD.

"In Deutschland kostet gefährliches Falschparken nur 20 bis 30 Euro Bußgeld. Das ist viel zu wenig. Es gibt keine Abschreckung."
Almut Gaude, Verkehrsclub Deutschland

Deswegen fordert der VCD eine deutliche Anhebung der Bußgelder auf mindestens 60 Euro. Soviel kostet ja zum Beispiel auch die Strafe fürs Schwarzfahren. Das europäische Niveau für gefährliches Falschparken liege bei 100 Euro, so Almut Gaude, und da müssten wir in Deutschland langfristig auch hin.

Die Ordnungsämter kontrollieren recht gründlich im Bereich von Anwohner-Parkplätzen, beobachtet der VCD und fordert, die Kontrollen mehr auf die Falschparker im fließenden Verkehr zu verlagern: Also da, wo auf Radwegen oder in zweiter Reihe falsch geparkt wird. Zusätzlich müsse das Personal aufgestockt werden. 

Aufklärung für Autofahrer nötig

Das Bewusstsein bei den Autofahrern sei einfach noch nicht da, sagt Almut Gaude. Wenn die Bundesregierung die Bußgelder erhöhe, brauche es gleichzeitig eine Aufklärungskampagne.

Während der Aktionswoche ruft der VCD auch zu Notwehr-Aktionen auf: Kleinwagen sollen mit mehreren Leuten von Radwegen runter getragen, also umgeparkt, werden. Weil das aber nicht ganz legal ist, empfiehlt Almut Gaude als sicherere Variante, einfach die Polizei anzurufen und Gefahr im Verzug zu melden. Dann kann der Falschparker abgeschleppt werden. Die Aktionswoche läuft noch bis zum 03. Juni 2018.

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