Rad- und Autofahrer sind im Straßenverkehr keine Freunde. Besonders ärgerlich und gefährlich für Radfahrer ist, wenn Autofahrer den Radweg als Parkstreifen benutzen. Die Gruppe "Polizeibeobachter" will radikal mit den Falschparkern in Berlin aufräumen und wählt konsequent die 110.

Andreas Schwiede gehört zur Gruppe "Polizeibeobachter" und ist bei Autofahrern gefürchtet, die auf Berliner Fahrradwegen parken. 

"Ich habe Ecken in Berlin, da parkt keiner mehr, weil ich radikal abschleppen lasse, und dann kapieren das die Autofahrer."
Andreas Schwiede, "Polizeibeobachter"

Dass die Gruppe die Notrufnummer 110 für ihre Zwecke gebraucht, rechtfertigt Andreas damit, dass, sobald der Fahrradweg durch ein parkendes Auto blockiert ist, der Fahrradfahrer in potenzielle Lebensgefahr gerät. 

Auto parkt auf Fahrradweg.
© imago | Jürgen Ritter

Dabei ist laut der Straßenverkehrsordnung klar geregelt, dass für falsches Parken auf Radwegen ein Bußgeld von 20 Euro fällig wird. Das scheint nicht abschreckend genug zu sein für Autofahrer. Vielleicht auch deshalb, weil Polizei und Ordnungsämter dieses Verbot eher lax nachhalten.

Die Idee, einfach parkende Autos bei der Polizei zu melden und abschleppen zu lassen, hat sich inzwischen von Berlin auch nach Hamburg und Stuttgart verbreitet. Die Gruppe zwingt so die Polizei oder die Ordnungsämter ihrer Pflicht nachzukommen, Falschparker zu mahnen oder die Gefahr zu beseitigen.


*Update 18.05.2017, 09:52: In der alten Überschrift riefen wir dazu auf, die 110 anzurufen, wenn ein Autofahrer einen Radweg blockiert. Da uns die Rechtslage diesbezüglich nicht eindeutig bekannt ist, haben wir diesen Handlungsvorschlag entfernt. Mit Dank an die Facebook-Kommentatoren.

Mehr über die Aktion "Radwege frei!":