Fehler machen wir täglich – alle haben mal Stress bei der Arbeit, einen schlechten Tag beim Sport oder zoffen sich in der Familie. Uns diese Macken einzugestehen ist uns aber oft unangenehm oder sogar peinlich. Warum wir diese Einstellung überdenken sollten – darum geht es in der Ab 21.

24 Mal geht David vorsprechen, um an einer Schauspielschule angenommen zu werden. Das dauert vier Jahre. David muss dabei viel Kritik und auch oft den Satz "grad passt es einfach nicht" einstecken. Dabei ist er eigentlich überhaupt nicht der Typ, der gerne Schwächen eingesteht.

"Schwäche zeigen wird einem selten beigebracht."
David

Dabei ist sogar wissenschaftlich belegt: Schwäche zeigen wird von anderen viel positiver wahrgenommen als von einem selbst. Forschende von der Universität Mannheim nennen das den "Beautiful Mess Effect".

Schwächen sind wichtig – im Job, beim Sport, in Beziehungen

Auch bei der Arbeit wäre die Atmosphäre um einiges besser, wenn Fehler auch mal eingestanden werden, sagt Jobcoach Jochen Mai. Wenn einem Kompetenzen fehlen, sei das ja schließlich eine Möglichkeit zu lernen. Das gelte übrigens auch für Führungskräfte. Warum Menschen aufhören sollten, im Vorstellungsgespräch Angst vor der Frage nach Schwächen zu haben, hört ihr auch im Podcast.

"Der Chef darf durchaus auch mal Schwäche zeigen."
Jobcoach Jochen Mai über Fehlerkultur in der Arbeitswelt

Schwäche im Sport ist eine zwiespältige Sache, sagt Sportpsychologe Jens Kleinert. Zum einen möchte ein Athlet oder eine Athletin im Wettkampf auf gar keinen Fall zeigen, dass er oder sie gerade nicht auf dem Leistungshoch ist.

Im Training hingegen ist Schwäche zeigen wichtig, um weiterzukommen, so der Wissenschaftler. "Wir brauchen eigentlich eine Schwächekultur", sagt Kleinert – denn das, was im Training passiert, sei für die Sportlerinnen und Sportler oft wichtiger als der Wettkampf.