Auf einer Festplatte, die seit Jahren auf einer Mülldeponie liegen soll, befindet sich ein Vermögen. Der Besitzer hat nun einen filmreifen Plan präsentiert, wie er sie finden will. Doch eine große Hürde gibt es noch.

Die Geschichte ist mittlerweile ein Netz-Klassiker - sie beginnt im Jahr 2009: Damals war der britische Informatiker James Howells einer der ersten, der auf seinem Rechner Bitcoins schürfte. Im Jahr 2013 warf er die Festplatte mit den Bitcoins in den Müll. Auf ihr befinden sich die privaten Schlüssel, die Zugang zu 7500 bis 8000 Bitcoins ermöglichen. Damals waren sie nichts wert. Heute allerdings schon: beim aktuellen Umrechnungskurs satte 157 bis 168 Millionen Euro!

James Howells bemüht sich seit jeher, nach der Festplatte suchen zu dürfen. Er vermutet sie auf einer Mülldeponie. Seine Anträge sind aber bisher alle abgelehnt worden. Die Risiken, unter anderem die ökologischen, seien zu groß, heißt es.

"Die Deponie ist ein riesiges Areal, inzwischen mit Rasen und Pflanzen zugewachsen. Da müssten im Extremfall 100.000 Tonnen Material bewegt werden."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Nun startet er einen neuen Versuch – mit einer strategisch durchgeplanten Aktion, unterstützt von Helfern und Investoren, die die Schatzsuche finanzieren. Das Projekt könnte bis zu drei Jahre dauern und rund elf Millionen Euro kosten. Sollte die Festplatte gefunden und die Daten gerettet werden können, wäre das gut investiertes Geld.

Doch es gibt gleich mehrere Risiken: Vielleicht wird die Festplatte gar nicht gefunden. Oder sie ist so beschädigt, dass die Daten nicht mehr zu retten sind. Auch könnten andere Schatzsucher auf die Idee kommen, auf eigene Faust den Müll zu durchwühlen – deshalb müsste die Deponie rund um die Uhr bewacht werden.

Roboterhunde und Künstliche Intelligenz

Teil des Suchtrupps sollen unter anderem zwei Roboterhunde der Firma Boston Dynamics werden, die unter anderem auch von Polizei und Militär eingesetzt werden. Auch schweres Gerät käme zum Einsatz, denn auf der großen Mülldeponie müssten bis zu 100.000 Tonnen Material bewegt werden. Eine KI-gestützte Sortiermaschine soll den Müll automatisch durchsuchen und die Festplatte finden. Außerdem soll Personal das Gelände rund um die Uhr überwachen.

Zum Planungsteam gehören Spezialisten, die sich mit Öffnen und Durchsuchen von Mülldeponien auskennen, sowie KI-Experten, die für das automatische Durchsuchen des Mülls verantwortlich sind. Ein Experte für das Retten von Daten auf Festplatten gibt in diesem Youtube-Video zum Thema an, er sei zuversichtlich, auf die Daten zugreifen zu können. Das Wichtigste sei, dass sie mechanisch einigermaßen intakt ist.

"Das ist eine typische Schatzsuche mit hohem Risiko, leer auszugehen."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Die Kommunalverwaltung Newport im Süden von Wales stimmt der Aktion bisher nicht zu. Um sie doch noch zu überzeugen, bietet das Team rund um James Howells an, die Stadt finanziell zu beteiligen, einen Teil des durchsuchten Mülls zu recyceln und nach der Suchaktion das Gelände mit Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu bestücken.

Das Foto oben zeigt nicht die Mülldeponie in Newport. Von ihr steht uns leider kein Bild zur Verfügung.